Der Prozess zu dem tödlichen Bauaufzug-Unglück in Sundbyberg hat heute vor dem Bezirksgericht Attunda begonnen. Am 11. Dezember 2023 kamen fünf Bauarbeiter ums Leben, als der Aufzug aufgrund vier fehlender tragender Schrauben 30 Meter in die Tiefe stürzte. Zwei Monteure und der Geschäftsführer des Unternehmens sind wegen grober Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz und fahrlässiger Tötung angeklagt.
Am 11. Dezember 2023 verloren fünf Bauarbeiter in Sundbyberg, nordwestlich von Stockholm, ihr Leben, als ein Bauaufzug 30 Meter in die Tiefe stürzte. Unter den Toten waren der 25-jährige Schweißer Bashir aus Afghanistan, der 26-jährige Anton Runsvik aus Sundsvall sowie ein russischer und zwei ukrainische Staatsangehörige. Zwei weitere Arbeiter entkamen dem Unglück nur knapp.
Mehr als zweieinhalb Jahre später begann nun die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Attunda in Sollentuna. Zwei Monteure und der Geschäftsführer des Unternehmens sind wegen grober Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz, fünffacher fahrlässiger Tötung sowie Gefährdung anderer Personen angeklagt. Alle Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.
Staatsanwalt Lars Ågren bezeichnet den Aufzug als "Todesfalle" und behauptet, dass vier tragende Schrauben fehlten, ohne dass es eine Eigenkontrolle oder Dokumentation gab. "Sie waren fahrlässig, das heißt schlampig", sagt er und fordert eine Unternehmensstrafe in Höhe von sieben Millionen Kronen sowie Freiheitsstrafen. Die Angeklagten hatten zuvor Sabotage als Ursache ins Spiel gebracht, was Ågren jedoch zurückweist.
Angehörige, darunter Elisabet Rundqvist, die im Namen von Bashirs Familie sprach, waren anwesend. "Wir wollen Klarheit. Wir wollen wirklich wissen, wie es passiert ist", sagt sie. Verteidiger Johan Eriksson, der den Geschäftsführer vertritt, nennt das Ereignis "schrecklich" und hebt die Erfahrung des Personals hervor. Die Angeklagten werden voraussichtlich am Freitag aussagen.