Vicente Ruiz, Ikone der chilenischen Gegenkultur, stirbt

Der multidisziplinäre Künstler Vicente Ruiz, eine Schlüsselfigur der chilenischen Gegenkultur während der Diktatur und des demokratischen Übergangs, starb in Santiago im Alter von 67 Jahren. Sein Erbe umfasst provokative Performances, die Tabuthemen wie Diskriminierung und soziale Ausgrenzung behandeln. Sein Werk von 1992 „Por la Cruz y la Bandera“ löste große Kontroversen aus.

Vicente Ruiz, anerkannt als Ikone der chilenischen Gegenkultur in den 1980er Jahren, starb in Santiago im Alter von 67 Jahren, wie Chileactores und sein enger Kreis bestätigten. Als Performer, Schauspieler, Regisseur und Kulturmanager prägte Ruiz den künstlerischen Widerstand während der Pinochet-Diktatur und erstreckte seinen Einfluss auf den demokratischen Übergang unter der Regierung von Patricio Aylwin.

Sein kontroversestes Werk, die Performance „Por la Cruz y la Bandera“, wurde am 27. Februar 1992 in der Hauptschiff des Museo de Bellas Artes in Santiago präsentiert. Zusammen mit der Schauspielerin Patricia Rivadeneira schuf Ruiz eine Szene einer gekreuzigten Frau, umgeben von einer chilenischen Flagge, die die Ausgrenzung von Minderheiten wie Aids-Patienten, sexueller Vielfalt und dem Mapuche-Volk symbolisierte. „Vicente wollte nicht nur auf die Diskriminierung von Aids-Patienten oder sexueller Vielfalt aufmerksam machen, sondern auch auf das Mapuche-Volk“, erklärte Rivadeneira in einem Interview mit La Voz de los que sobran.

Die Präsentation, die in eine Modenschau zur Sensibilisierung für Aids mit anwesenden Regierungsvertretern integriert war, löste einen politischen und medialen Aufruhr aus. Schlagzeilen wie „Terremoto por desfile porno“ und „Escándalo en el museo“ füllten die Presse, und Ruiz erhielt Morddrohungen. „Es gab eine riesige Reaktion auf allen Ebenen. Minister, Politiker sprachen... Dann bekam ich Morddrohungen. Die Gesellschaft teilte sich zwischen Alten und Jungen“, erinnerte sich Ruiz in einem Interview mit La Tercera. Rivadeneira fügte hinzu: „Ich glaube, erst jetzt wird mir klar, wie traumatisch das für mich emotional und physisch war, und viele Türen wurden auch zugeschlagen.“

Ruiz wird auch dafür in Erinnerung behalten, die Sängerin Cecilia wiederbelebt und Performances wie „Hipólito“ 1984 aufgeführt zu haben. Im Januar 2025 spendete er sein Archiv mit über 500 Dokumenten an die Biblioteca Nacional. Seine Aufbahrung findet in Los Misioneros 2176, Providencia, statt. 2022 wurde die vollständige Aufzeichnung der Performance auf der Plattform Escenix gezeigt, was die Wahrnehmung als „Pornshow“ korrigierte und ihren künstlerischen Wert bekräftigte.

Seine Arbeit öffnete Debatten über Tabuthemen und modernisierte die chilenische Gesellschaft. „Die Performance war die Bestätigung, dass etwas auf der Basis passierte“, sagte Ruiz 2022 in Palabra pública der Universität Chile.

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