Der Stabschef Manuel Adorni wird am 29. April vor der Abgeordnetenkammer erscheinen und sich in einer Sitzung, die mehr als sechs Stunden dauern könnte, über 4.800 Fragen stellen müssen. Präsident Javier Milei wird ihn im Plenarsaal begleiten. Während die Opposition ihn im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Fall von illegaler Bereicherung bloßstellen will, versucht die Regierung den Schaden zu begrenzen.
Die Sitzung beginnt am Mittwoch, den 29. April, gegen 10 Uhr. Adorni wird zunächst das Wort ergreifen, gefolgt von Fragerunden der einzelnen Fraktionen: den fraktionslosen Abgeordneten, den Provinzgruppen, PRO, UCR, Unión por la Patria und La Libertad Avanza.
Die Opposition plant einen langwierigen Nachmittag mit Fragen zu Adornis Vermögensfall, zur Wirtschaft und anderen sensiblen Bereichen, wobei ein Skandal vermieden werden soll, der der Regierung die Rolle des Opfers zuspielen könnte. In der Casa Rosada rechnet man mit einer Dauer von mehr als sechs Stunden und betont, wie wichtig es sei, die Atmosphäre unter Kontrolle zu halten, um den Eindruck einer Belagerung zu vermeiden.
Mileis Anwesenheit unterstreicht jeden möglichen Fehltritt Adornis, einer prominenten Figur der Regierungsseite. Ein Bericht von Monitor Digital zeigt, dass der „Fall Adorni“ im letzten Monat 2,9 Millionen Erwähnungen in den sozialen Medien erzeugte, davon 88 % mit negativer Tonalität; 54 % der Hashtags richteten sich gegen Milei und 34 % gegen Adorni.
Dies „präsidentialisiert“ den Konflikt und bettet ihn laut Analyse in die Debatten über Regierungsführung, Korruption und die Wirtschaftskrise ein.