Kabinettchef Manuel Adorni verteidigte seine Amtsführung vor dem argentinischen Kongress und schloss einen Rücktritt aus. Der Abgeordnete Rodolfo Tailhade beschuldigte Adornis Ehefrau Bettina Angeletti, Luxusreisen für Freunde mit offiziellen Mitteln finanziert zu haben. Die Regierung bestätigte, dass sie am Montag Klage wegen illegaler Spionage gegen Tailhade einreichen wird.
Während seiner Präsentation im Kongress am 30. April 2026 sah sich Manuel Adorni den Fragen der Opposition ausgesetzt, insbesondere durch den Abgeordneten Rodolfo Tailhade. Tailhade behauptete, Bettina Angeletti, Adornis Ehefrau, sei im September 2025 in der ersten Klasse nach Madrid gereist, wobei sie die Tickets und den Aufenthalt für fünf Schulfreundinnen übernommen habe. Er warf ihr zudem vor, sechs Beamte der Bundespolizei sowie einen Dienstwagen für nächtliche Ausflüge zu nutzen, etwa bis 4 Uhr morgens in einer Bar in Palermo.
Adorni entgegnete im Plenum: „Es entgeht mir nicht, dass ein Abgeordneter soeben den täglichen Reiseplan meiner Frau mit einem verdächtigen Maß an Detailtiefe und mit Informationen dargelegt hat, die, sollten sie der Wahrheit entsprechen, aus fragwürdigen Quellen stammen müssten.“ Er deutete an, dass die Äußerungen an eine Drohung grenzten, und gelobte, den Kirchnerismus auszurotten. Trotz der Angriffe schloss er einen Rücktritt aus.
Adornis Umfeld wies die Anschuldigungen zurück: „Alles gelogen. Sie ist zwar gereist, aber hat nicht gezahlt.“ Die Casa Rosada bestätigte gegenüber Perfil, dass am Montag, dem 4. Mai, die Klage gegen Tailhade eingereicht werde. Tailhade erwiderte: „Ich erwarte die Anzeige sehnsüchtig [...] ich werde die Gelegenheit nutzen, um alles zu beweisen, was ich gesagt habe.“
Der Soziologe Diego Raus bewertete den Auftritt als defensiv, ohne klare Gewinner. Er stellte fest, dass die Regierung den Schaden zwar minimieren konnte, sich aber aufgrund der anhaltenden Abnutzungserscheinungen bei Adorni und der wirtschaftlichen Probleme in einer fragilen Lage befindet.