Die argentinische Justiz hat den Verwalter des Wohngebäudes in der Miró-Straße, in dem Kabinettschef Manuel Adorni wohnt, im Rahmen einer Untersuchung wegen mutmaßlicher unrechtmäßiger Bereicherung vorgeladen. Unterdessen stärkte Karina Milei dem Beamten öffentlich den Rücken durch eine gemeinsame Reise mit dem YPF-Chef nach Vaca Muerta. Wichtige Zeugen des Wohnungskaufs übergaben ihre Mobiltelefone zur Auswertung.
Die Bundesgerichte am Comodoro Py kommen im Verfahren gegen Kabinettschef Manuel Adorni wegen mutmaßlicher unrechtmäßiger Bereicherung voran. Am Mittwoch luden sie den Verwalter des Gebäudes in der Miró-Straße, in dem Adorni lebt, vor, um Details aus erster Hand zu den Renovierungen seiner Wohnung zu erhalten. Die Rentnerinnen Beatriz Viegas und Claudia Sbabo, die ursprünglichen Eigentümerinnen, die die Immobilie an Adorni verkauften, sagten aus und übergaben ihre Mobiltelefone. Viegas gab an, Adorni nicht persönlich zu kennen und dass ihr Sohn, Pablo Martín Feijoo, die gesamte Verhandlung geführt habe. Sbabo erklärte, ihr Stiefsohn, Leandro Miano, habe ihren Anteil am Verkauf verwaltet, der mit persönlichen Ersparnissen finanziert wurde, und dass sie eine Rente von etwa 350.000 Pesos beziehe. Die Notarin Adriana Nechevenko bestätigte, dass Feijoo den Deal arrangiert habe, und er wurde für den kommenden Dienstag vorgeladen. Unterdessen unterstützte Karina Milei, Präsidentin von La Libertad Avanza, Adorni am Donnerstag mit einer Reise nach Vaca Muerta in Neuquén an der Seite des YPF-Chefs Horacio Marín. Die Veranstaltung wird als politisches Schutzsignal inmitten des juristischen Drucks und interner Parteistimmen gewertet, die seine Situation mit der von José Luis Espert vergleichen. Adorni soll am 29. April inmitten von Parteispannungen und Kritik der Opposition seinen Rechenschaftsbericht vor der Abgeordnetenkammer vorlegen.