Der UDR-RN-Kandidat Antoine Valentin hat die Nachwahl am Sonntag im 3. Wahlkreis von Haute-Savoie mit 59,1 % der Stimmen gewonnen und den LR-Kandidaten Christophe Fournier klar geschlagen. Dieser Sieg markiert die erste Eroberung eines Sitzes durch die nationalistische Rechte in diesem Departement, das lange von moderaten Konservativen gehalten wurde. Er fällt Wochen vor den Kommunalwahlen 2026 und wird von Éric Ciotti und RN-Führern gefeiert.
Antoine Valentin, 33, Bürgermeister von Saint-Jeoire und Leiter einer lokalen Skistation, erhielt 17.341 Stimmen (59,1 %) gegenüber 12.013 (40,9 %) für Christophe Fournier, Ersatz für die ehemalige LR-Abgeordnete Christelle Petex, laut vorläufigen offiziellen Ergebnissen. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,1 %, leicht höher als in der ersten Runde am 25. Januar, in der Valentin mit etwa 45 % vor Fournier mit 15 % führte. Diese Nachwahl in einem ländlichen, bergigen Wahlkreis nahe der Schweiz und dem Glières-Plateau – einem zentralen Ort des Widerstands – folgte der Rücktritt von Christelle Petex im November 2025. Sie nannte 'zu viel Politikerpolitik', Kritik und Bedrohungen. Bei geringem Interesse hält der Sitz nur bis zur Präsidentschaftswahl 2027 und wahrscheinlich neuen Parlamentswahlen. Valentin, Mitgründer des Instituts Politicae zur Unterstützung von Bürgermeisterkandidaten und unterstützt vom ultrakonservativen Milliardär Pierre-Edouard Stérin über das Périclès-Projekt, war 2024 gegen Petex (56 %) unterlegen. Er kandidierte als 'Kandidat der Rechten' im Rahmen der UDR-RN-Allianz, die Éric Ciotti mit dem Rassemblement National bei den Parlamentswahlen 2024 bildete. Vor den Ergebnissen gratulierte Éric Ciotti Valentin auf X und nannte es einen 'riesigen' Sieg und eine 'schneidende Sanktion' für LR, das die Zensur der Lecornu-Regierung verweigerte. Jordan Bardella feierte einen 'unbestreitbaren Sieg' und ein 'Hoffnungssignal' für die Kommunalwahlen vom 15.-22. März 2026, während Marine Le Pen LR als 'diskreditiert durch ihre Unterstützung für Emmanuel Macron und sozialistische Diktate' kritisierte. LR-Führer Bruno Retailleau und Laurent Wauquiez unterstützten Fournier, doch der Aufruf zum republikanischen Front der Linken – PS, Grüne, PCF – blieb wirkungslos. Die PCF hob die Symbolik des Wahlkreises nahe Glières hervor, und Raphaël Glucksmann warnte davor, ihn zu einem 'Labor der extremen Rechten' zu machen. Ciotti sieht darin das 'Ende' der LR und fordert eine Rechtenunion gegen sozialistische Bündnisse.