Die südafrikanischen Air Traffic and Navigation Services (ATNS) haben die Flugstörungen am Sonntag am Flughafen OR Tambo International schweren Wetterbedingungen zugeschrieben und eine anfängliche Behauptung von Personalmangel revidiert. Fluggesellschaften wie Airlink bestreiten dies und weisen auf anhaltende Kapazitätsprobleme und suspendierte Verfahren hin. Der Vorfall unterstreicht eine breitere Krise in der Luftfahrtinfrastruktur des Landes.
Am Sonntag, dem 4. Januar 2026, erlebten Reisende am Flughafen OR Tambo International erhebliche Verspätungen und Umleitungen bei der Heimreise nach der Feiertagszeit. ATNS hatte zunächst „temporäre personelle Engpässe an der Flugkontrollstation“ als Hauptursache genannt. Am Montagmorgen gab die Behörde jedoch eine Erklärung heraus, wonach die Betriebe stabilisiert seien und „schwere Wetterbedingungen, einschließlich Gewittern, die Anflugbahnen gestört“ hätten – nicht aber Personalmangel.
Inländische Fluggesellschaften wiesen diese Erklärung zurück. Airlink, die größte unabhängige Regionalfluggesellschaft, erklärte: „Die Verspätungen resultieren aus dem Versagen des Air Traffic Navigation Service, ausreichend Personal sicherzustellen, um den regulären Flugverkehr zu bewältigen und zu managen.“ Die Airline wies zudem darauf hin, dass mehrere Instrumentenflugverfahren am OR Tambo suspendiert bleiben, einige erst kürzlich am 9. Dezember 2025 zurückgezogen, da ATNS deren Gültigkeit nicht verlängert habe. Diese „Bürokratie-Lähmung“ beschränkt den Betrieb bei schlechter Sicht und verkörpert eine strukturelle Krise in der südafrikanischen Luftfahrt seit Mitte 2024.
Die Airlines Association of Southern Africa (AASA) bezeichnete die Lage als „wirtschaftliche Katastrophe“. ATNS-Geschäftsführer ad interim Matome Moholola gab zu, dass das Unternehmen mit nur zwei festangestellten Mitarbeitern und wenigen Auftragsarbeitern 388 nationale Flugverfahren nicht aufrechterhalten könne und mit höheren Auslandslöhnen nicht konkurrieren könne. Verkehrsministerin Barbara Creecy reagierte, indem sie ATNS-CEO Nosipho Mdawe präventiv suspendierte und ein ministerielles Interventions-Team einsetzte, um „schwere und wesentliche Probleme“ zu bekämpfen.
Das Team priorisiert internationale Hubs wie OR Tambo und Kapstadt, um Tourismus und Logistik zu erhalten, während regionale Flughäfen wie Richards Bay und Mthatha mit Suspendierungen konfrontiert sind. Trotz Stabilisierung dienen die Ereignisse am Sonntag als Warnung inmitten laufender Rekrutierungs- und Infrastrukturmaßnahmen.