Während Äthiopien seinen ersten Kapitalmarkt startet, teilt der Geschäftsführer von BDO Äthiopien Million Kibret in einem Interview mit Capital Einblicke in Chancen, Herausforderungen und Bedürfnisse für ein vertrauenswürdiges Finanzsystem. Basierend auf globaler Expertise zielt BDO darauf ab, lokale Kapazitäten aufzubauen und das öffentliche Vertrauen inmitten vergangener unregulierter Schemata wiederherzustellen.
BDO Äthiopien, ein Mitgliedsunternehmen von BDO International, das in 169 Ländern tätig ist, hat eine Lizenz von der Äthiopischen Kapitalmarktaufsicht erhalten, um familiengeführte Unternehmen zur öffentlichen Beteiligung zu führen. Seit 2013 bietet es seit 13 Jahren Investment- und Finanzberatung in Äthiopien an und hilft solchen Firmen beim Wachstum. Im Interview hebt Million Kibret hervor, dass viele äthiopische Unternehmen keine Betriebsstandards und Corporate Governance haben und ihre Identität an die Gründer binden. Dies führt zu Zusammenbrüchen bei Krankheit oder Tod des Eigentümers. „Unternehmen sind nationale Vermögenswerte; wenn jene, die 50 Jahre lang liefern, durch Abwesenheit des Eigentümers straucheln, leidet die nationale Wirtschaft“, sagte er. Vergangene unregulierte Investitionsschemata haben das öffentliche Vertrauen geschädigt. Die Äthiopische Kapitalmarktaufsicht setzt nun strenge Vorschriften durch, lizenzierte Anbieter gewährleisten die Einhaltung. BDO nutzt globale Erfahrung, um lokale Fachkräfte auszubilden. „Wir lernen aus den Fehlern anderer und übernehmen Best Practices“, sagte Kibret. Mitten in Bankfusionen und bevorstehenden Eintritten ausländischer Banken bietet BDO Beratungsdienste an, um die Kapazität lokaler Banken durch Fusionen und Systemmodernisierung zu stärken. Für Familienunternehmen ist das zentrale Problem die Vorbereitung von Nachfolgeplänen und Verfahren. Commander Haile Gebrselassie bemerkte auf dem 3. Äthiopischen Familienunternehmensforum: „Ich vermittle zwischen Nachfolgekindern, wenn Gründer fehlen; Probleme eskalieren zu gerichtlich angeordneten Schließungen wegen fehlender Nachfolgepläne und klarer Systeme.“ Kibret schlägt eine Zusammenarbeit der Regierung mit der Geschäftsgemeinschaft vor, um Rahmenbedingungen für nachhaltige Operationen zu schaffen, einschließlich der Ernennung professioneller Manager. Private-Sektor-Initiativen, wie die Erstellung von Politikkonzepten mit Kollegen wie HST Consulting, könnten Reformen unterstützen.