Das Obergericht von Bogotá hat den Präsidentschaftskandidaten Abelardo de la Espriella vorläufig dazu verpflichtet, Wahlwerbung mit patriotischen Symbolen zurückzuziehen und den Slogan „Firmes por la Patria“ nicht mehr zu verwenden. Die Maßnahme wurde am 9. Juni bekannt gegeben und umfasst auch Ausdrücke wie „Defensores de la Patria“. Das Urteil ergeht weniger als zwei Wochen vor der Stichwahl am 21. Juni.
Die gerichtliche Anordnung des Richters Rafael Albeiro Chavarro folgt auf eine von einem Bürger eingereichte Klage (tutela). Dieser argumentierte, dass die Verwendung nationaler Symbole und Begriffe mit Bezug zum Vaterland im Wahlkampf demokratische Prinzipien verletze und Wähler unzulässig beeinflussen könne. Die Kampagne muss sämtliche Werbung, die die kolumbianische Flagge, das Wappen, Bilder der Sicherheitskräfte, Tarnkappen oder den militärischen Gruß enthält, unverzüglich entfernen. Auch die Verwendung des Namens der politischen Bewegung „Defensores de la Patria“ ist untersagt. Der gewählte Kongressabgeordnete Daniel Briceño reagierte auf die Entscheidung und erklärte: „Die Justiz wird das halbe Land ins Gefängnis stecken müssen. Es ist ein Skandal.“ Die Maßnahme folgt auf ein vorheriges Urteil, das die Verwendung des Trikots der kolumbianischen Nationalmannschaft bei Wahlkampfaktivitäten vorübergehend einschränkte. Abelardo de la Espriella und sein Vizepräsidentschaftskandidat José Manuel Restrepo treten am 21. Juni in der Stichwahl gegen Iván Cepeda an.