Die 23-jährige brasilianische Medizinstudentin Julia Victoria Sobierai Cardoso wurde am Freitag (24.) tot in ihrer Wohnung in Ciudad del Este, Paraguay, aufgefunden. Ihr Ex-Freund, der 27-jährige Vitor Rangel Aguiar, gilt als Hauptverdächtiger und ist weiterhin auf der Flucht. Das als Femizid untersuchte Verbrechen wurde mit 67 Messerstichen verübt.
Julia Victoria Sobierai Cardoso stammte aus Chapecó (SC) und wuchs in Navegantes auf; sie studierte seit 2025 Medizin an der Universidad de la Integración de las Américas (Unida). Die junge Frau, die davon träumte, Kinderärztin zu werden, wurde von einer Mitbewohnerin im Stadtviertel Obreiro mit zahlreichen Stichverletzungen gefunden.
Der rechtsmedizinische Bericht ergab 67 Wunden: 60 durch eine Nagelhautschere und sieben durch ein Messer. Am Tatort wurden Blutspuren, barfüßige Fußabdrücke und Anzeichen eines Kampfes gesichert. Staatsanwalt Osvaldo Zaracho erklärte, dass die Ermittlungsteams Beweise gesammelt, darunter Fingerabdrücke, und die Tatwaffen zur Analyse beschlagnahmt hätten.
Vitor Rangel Aguiar, ebenfalls Medizinstudent aus Maranhão, ist der Tatverdächtige, nachdem er sich Stunden vor dem Verbrechen mit dem Opfer gestritten hatte. Er hatte die Wohnung auch nach der Trennung weiterhin besucht. Die Nationalpolizei und das öffentliche Ministerium von Paraguay haben einen nationalen Haftbefehl wegen Femizids erlassen und bereiten einen internationalen Haftbefehl vor.
Die Unida veröffentlichte eine Erklärung, in der sie um den Tod der Studentin trauert und der Familie ihre Solidarität ausspricht. Zeugen, darunter die Mitbewohnerin und deren Freund, haben bereits Aussagen gemacht. Der Leichnam wurde zur Autopsie nach Asunción überführt.