Die legendären Doppelspieler Bob und Mike Bryan haben sich gegen einen Plan der ATP ausgesprochen, der ab 2028 Turnierfelder und Preisgelder für Doppelwettbewerbe kürzen würde. Der Vorschlag sieht vor, die Anzahl der Teams zu halbieren und den Anteil des Doppels am Preisgeld bei den meisten Turnieren von 20 auf 10 Prozent zu reduzieren. Dieser Schritt hat scharfe Kritik bei führenden Doppelspezialisten ausgelöst.
Bob Bryan erklärte, dass die Änderungen junge Spieler daran hindern würden, eine Karriere im Doppel aufzubauen. „Wenn das durchkommt, wird dies den Traum vom Doppel für alle jungen Spieler oder College-Spieler zerstören, die eine Laufbahn im Doppel anstreben“, sagte er Anfang Juli während eines Presseinterviews in Wimbledon. „Der Weg, um aufzusteigen und seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten, wird versperrt.“
Der ATP-Plan sieht vor, die Doppel-Teilnehmerfelder bei Masters-Turnieren auf 16 Teams zu begrenzen und bei 500er- sowie 250er-Turnieren auf acht Paare zu reduzieren. Eine Gruppe führender Doppelspieler veröffentlichte am 3. Juli eine Stellungnahme, in der sie den Vorschlag als einen Versuch bezeichnete, das Doppel als lebensfähigen Beruf abzuschaffen.
Die ATP verteidigte den Plan mit der Begründung, er ermögliche mehr Preisgelder für Einzel-Matches in den frühen Runden und schaffe nachhaltigere Karrieren auf Spitzenniveau. Die Meinungsverschiedenheit hat zu einem Konflikt zwischen beiden Seiten geführt, für den derzeit noch keine Lösung in Sicht ist.