Wimbledon-Publikum unterstützt Doppel-Wettbewerbe inmitten der Debatte um ATP-Kürzungen

Ein voll besetzter Court No. 2 in Wimbledon ist zum Brennpunkt der Diskussion über die ATP-Pläne geworden, die Teilnehmerfelder und Preisgelder für Doppel-Wettbewerbe zu reduzieren. Die Vorschläge, Teil einer als „Product 28“ bezeichneten Umstrukturierung, sehen vor, die Teilnehmerzahlen bei mehreren Veranstaltungsebenen bis 2028 zu halbieren.

Die Empfehlungen der ATP beinhalten die Kürzung der Doppel-Teilnehmerfelder bei Masters-1000-Turnieren von 32 auf 16 Paare sowie die Reduzierung bei 500er- und 250er-Turnieren von 16 auf 8. Die Preisgelder für Doppel könnten von 20 auf 10 Prozent der Turniereinnahmen bei regulären Veranstaltungen sinken, wobei die Einsparungen in die Unterstützung niedriger platzierter Einzelspieler fließen sollen. Ein voll besetztes Stadion bei den Doppel-Spielen in Wimbledon diese Woche wird als Beweis für das Fan-Interesse angeführt. ATP-Doppelspieler veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Änderungen als einen Versuch beschreiben, das Doppel als tragfähigen Beruf abzuschaffen. Trainer Calvin Betton bezeichnete die Vorschläge als abscheulich und stellte die Motivation dahinter infrage. Spieler Pierre-Hugues Herbert schrieb, dass ein stärkerer Sport nicht dadurch aufgebaut werde, dass man weniger Möglichkeiten schafft. Jannik Sinner verdiente dieses Jahr 1,151 Millionen Dollar für den Gewinn des Einzeltitels in Indian Wells, während die Doppel-Sieger insgesamt 234.000 Dollar mit nach Hause nahmen.

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