Die Zentralbank Chiles hat ihren Dezember-Geldpolitikanzeigebericht veröffentlicht und die BIP-Wachstumsprognose für 2026 auf 2 bis 3 % angehoben, getrieben durch höhere Investitionen und Kupferpreise. Die Inflation soll im ersten Quartal 2026 auf 3 % konvergieren, in einem günstigeren Szenario als erwartet. Experten teilen den Optimismus, weisen aber auf Risiken im Arbeitsmarkt und im Ausland hin.
Der Dezember-Geldpolitikanzeigebericht (IPOM) der Zentralbank Chiles offenbart eine positivere Wirtschaftsaussicht für das kommende Jahr, passend zum Start der Regierung von José Antonio Kast. Die BIP-Wachstumsprognose für 2025 liegt bei 2,4 %, für 2026 steigt sie auf 2 bis 3 %, höher als die September-Schätzung von 1,75–2,75 %. Der Grund ist gesteigerte Dynamik bei Investitionen, vor allem in Maschinen und Ausrüstung durch Bergbau- und Energieprojekte, mit prognostiziertem Wachstum von 7 % in 2025 und 4,9 % in 2026.
Zentralbankpräsidentin Rosanna Costa betonte: „Wir beenden 2025 mit einer besseren Performance als zu Jahresbeginn geschätzt.“ Externe Faktoren wie globale Wirtschaftsresilienz, höhere strukturelle Kupferpreise und verbesserte Handelsterms befeuern den Optimismus. Inland wird der private Konsum 2026 um 2,7 % zunehmen, gestützt durch höheres Verbrauchervertrauen und Lohnvolumen, doch der Arbeitsmarkt verbessert sich nur begrenzt, mit Arbeitslosigkeit über historischen Durchschnitten.
Zur Inflation erwartet die Zentralbank Konvergenz auf 3 % im Q1 2026 dank aktueller Daten wie niedriger Oktober-Inflation, Stromtarifsenkungen und Währungsaufwertung. Die Jahresprognose für 2025 liegt bei 3,6 %, für 2026 bei 3,2 %. Finanzminister Nicolás Grau begrüßte den Bericht: „Inflation ist kontrolliert, kurz vor Zielerreichung, 7 % Investitionsniveau und gutes Niveau für kommende Jahre.“
Experten wie Priscila Robledo von Fintual begrüßen die Anhebung: „Gründe für mehr Wachstumsoptimismus: institutionelle Stärke, geringere Unsicherheit, Chiles Potenzial in der KI-Welle.“ Hermann González von Clapes UC sieht „aufwärtsgerichteten Bias“, möglicherweise über 3 % durch neue Regierungspolitik. Sergio Lehmann von Bci schätzt jedoch 2,2 %, unter Einbeziehung fiskalischer Anpassung. Risiken: Arbeitsmarktschwäche, globale Spannungen wie Kriege oder Handelskonflikte.
Zum Politikzinssatz (TPM) bei 4,5 % hob die Zentralbank den neutralen Bereich auf 3,75–4,75 % an, mit möglicher Senkung auf 4,25 % bis Mitte 2026 bei Inflationkonvergenz.