Das chilenische Nationalinstitut für Statistik (INE) meldete, dass die Arbeitslosenquote im Quartal September-November 2025 auf 8,4 % gestiegen ist, um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl beendet eine Serie von Verbesserungen am Arbeitsmarkt, wobei Experten Bedenken über die Verlangsamung der Stellenschaffung äußern. Die Quote liegt seit 35 Monaten in Folge über 8 %.
Der chilenische Arbeitsmarkt zeigte im letzten Quartal der Daten von 2025 Schwächesignale. Laut INE stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte im Jahresvergleich auf 8,4 %, blieb jedoch im Vergleich zum Vorquartal stabil. Dieser Anstieg resultiert aus einem Wachstum der Erwerbsbevölkerung um 1,5 %, das den Anstieg der Beschäftigten um 1,2 % übertraf und auf mehr Jobsuchende als geschaffene Stellen hinweist.
Bei Frauen sank die Quote leicht auf 8,8 % (-0,3 Pp jährlich), getrieben durch ein Plus von 2,3 % bei Beschäftigten gegenüber 2 % bei der Erwerbsbevölkerung. Bei Männern kletterte sie auf 8,1 % (+0,6 Pp), mit einem Anstieg der Arbeitslosen um 8,8 %. Die Stellenschaffung umfasste 115.624 Positionen, ein jährliches Plus von 1,2 % und das niedrigste seit Mai-Juli, fast alle formal. Wichtige Sektoren waren Verwaltungsdienste (+31 %), Transport (+5,5 %) sowie Information und Kommunikation (+13,6 %).
Experten hoben die Diskrepanz zwischen Wirtschaftswachstum und Beschäftigung hervor. David Bravo von der UC sagte: „Wir haben seit 35 Monaten Quoten über 8 %, was eine Konstante ist. Eine Quote, die wir nicht als normal ansehen können.“ Rodrigo Montero von der U. Autónoma nannte die Zahlen „zweifellos negative Nachrichten“ und einen „zerbrechlichen und erstarrten Arbeitsmarkt, der zurückgeht“. Carmen Cifuentes von Clapes-UC wies auf eine „anhaltende Schwächung“ bei der Schaffung formaler Jobs hin.
Analysten wie Cristián Duarte und Pablo Pérez sehen mittelfristig wenig Chancen auf einen Rückgang unter 8 % ohne Politikwechsel. Montero fügte hinzu, dass „es schwierig ist, Erwartungen an eine Arbeitslosigkeit unter 8 % zu wecken“ und empfahl abzuwarten, was die neue Regierung plant. Benjamín Villena notierte einen Anstieg der informellen Beschäftigung (+6,2 %), insbesondere bei Frauen, mit einer SU3-Quote von 16,4 %. Ricardo Ruiz de Viñaspre forderte eine Senkung der Unternehmenssteuer und bessere Förderungen für Qualifizierung.
Der Hintergrund zeigt eine moderat erholende Wirtschaft, aber langanhaltende strukturelle Herausforderungen beim Beschäftigungswesen.