Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt im Dezember weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember auf 2,908 Millionen gestiegen, die Quote auf 6,2 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit sieht eine Erholung erst ab Mitte 2026, beeinflusst durch Wirtschaftsflaute und demografischen Wandel. Chefin Andrea Nahles warnt vor Herausforderungen trotz möglicher konjunktureller Belebung.

Im Dezember 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um 23.000 auf 2,908 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg berichtet. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent; die Daten basieren auf Meldungen bis zum 11. Dezember. Dieser Anstieg am Jahresende ist saisonal üblich aufgrund der Winterpause und geringerer Einstellungen in Branchen wie Baugewerbe und Landwirtschaft.

Im Vergleich zum Dezember 2024 waren 101.000 Menschen weniger arbeitslos; der Wert ist der höchste seit Dezember 2010 mit 3,012 Millionen. Unter den Bundesländern lag die Quote in Bayern bei 4,0 Prozent (niedrigst), in Bremen bei 11,2 Prozent (höchst). Andrea Nahles, Chefin der Agentur, erklärte: „Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr.“ Die anhaltende Wirtschaftsschwäche führte zum dritten Jahr in Folge zu steigender Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund betonte: „Dem Arbeitsmarkt fehlt aktuell der Rückenwind“ und forderte kluge Wirtschaftspolitik mit Einbindung der Sozialpartner. In der Industrie gingen Jobs verloren, während Beschäftigung im öffentlichen Dienst und Gesundheitswesen zunahm, aber nur in Teilzeit. Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten lagen im Oktober bei rund 35 Millionen, unverändert zum Vorjahr. Offene Stellen sanken auf 619.000, 35.000 weniger als 2024; Nahles sagte: „Im ablaufenden Jahr wurden uns so wenig Stellen neu gemeldet wie noch nie seit der Jahrtausendwende.“

Chancen für Jobsind schlechter für Geringqualifizierte (Quote bei 21 Prozent) als für Akademiker (3 Prozent); 80 Prozent der Stellen sind für Fachkräfte. Kurzarbeit stieg: Im Oktober erhielten 203.000 Beschäftigte Leistungen, im Dezember wurden für 41.000 angemeldet. Nahles sieht die Talsohle erreicht und eine Erholung ab Mitte 2026 möglich, falls die Wirtschaft anzieht: „Nimmt die Wirtschaft Fahrt auf, erholt sich auch der Arbeitsmarkt mit zeitlicher Verzögerung.“ Der demografische Wandel reduziert 2026 die Erwerbstätigen um 40.000; Nahles warnte: „Trotz der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt wird sich der Fachkräftemangel in vielen Branchen auch deswegen fortsetzen.“ Sie nannte 2026 „ein Jahr mit Licht und Schatten“ aufgrund von Transformation und Unsicherheiten.

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