Die Casen-2024-Umfrage in Chile meldet einen Rückgang der Einkommensarmut auf 17,3 % unter strengeren Methodenstandards – ein Rückgang um über 600.000 Personen seit 2022 –, doch Experten warnen vor Selbstzufriedenheit. Mit einem Fünftel der Bevölkerung noch immer vulnerabel und wachsender Abhängigkeit von staatlichen Subventionen plädieren Analysten für nachhaltige Reformen wie eine negative Einkommensteuer und bessere Beschäftigungschancen.
Die Encuesta de Caracterización Socioeconómica Nacional (Casen) 2024, diese Woche veröffentlicht, bestätigt einen Rückgang der Armut auf 17,3 % trotz aktualisierter, strengerer Standards, die Armutsgrenzen anpassen und den Lebensmittelkorb verfeinern. Dieser Fortschritt geschieht trotz wirtschaftlicher Herausforderungen, lässt jedoch 3,48 Millionen Chilenen unter der Grenze und hebt die wachsende Abhängigkeit von staatlicher Hilfe hervor. Der Ökonom Julio Guzmán Cox äußert sich in einem Leserbrief bei La Tercera erfreut über den Rückgang, kritisiert aber fragmentierte Subventionen und schlägt eine negative Einkommensteuer vor, um Einkommen zu steigern, Arbeit zu formalisieren und dauerhafte Armutsbekämpfung zu ermöglichen. Romina Salinas vom Instituto Res Publica betont anhaltende Probleme: Steigende staatliche Unterstützung in vulnerablen Haushalten untergräbt die Eigenständigkeit. Sie fordert langfristige Investitionen in Bildung, Ausbildung, formelle Jobs und Chancen, in denen « Verdienst und Einsatz » belohnt werden. Diese Ansichten unterstreichen den Konsens für Strukturpolitiken jenseits kurzfristiger Erfolge, während Chile der Armut begegnet, die zuvor fast 20 % betraf.