Die Präsidentschaftsdelegation von Biobío kündigte am Mittwoch Alexander Nanjarí als neuen regionalen Bildungssekretär an, doch die Regierung machte aufgrund seiner umstrittenen alten Tweets einen Rückzieher. Bildungsministerin María Paz Arzola bestätigte, dass noch kein Dekret unterzeichnet wurde. Offiziellen Quellen zufolge gaben die Beiträge über Altersunterschiede den Ausschlag für diese Entscheidung.
Die regionale Präsidentschaftsdelegation von Biobío kündigte am Mittwochmorgen Alexander Nanjarí als neuen regionalen Ministerialsekretär (Seremi) für Bildung an. Nanjarí, ein Absolvent der Universidad de Concepción mit einem Master in Politikwissenschaften von der Universidad de Los Andes, wurde gemeinsam mit Mario Delannays für das Umweltressort vorgestellt. Alte, inzwischen gelöschte Tweets von Nanjarí tauchten jedoch wieder auf und lösten eine Kontroverse aus. In einem Dialog antwortete er auf die Frage, ob '10 años de diferencia es un problema?' (Sind 10 Jahre Altersunterschied ein Problem?) mit '10 años no son nada' (10 Jahre sind nichts) und 'mucho mejor si es más joven JAJAJAJAJ' (viel besser, wenn sie jünger ist, HAHAHA). Auf die Aussage 'parece que se está convirtiendo en mi preferencia' (scheint so, als würde das zu meiner Vorliebe werden) antwortete er: 'si hay madurez a pesar de la edad menor, eso es un 11/10' (wenn trotz des geringeren Alters Reife vorhanden ist, ist das eine 11/10). Der Austausch, der für ein öffentliches Amt als kontrovers angesehen wurde, veranlasste die Exekutive dazu, von der Ernennung zurückzutreten, bevor diese formalisiert wurde. Am Donnerstag sagte Bildungsministerin María Paz Arzola nach dem Consejo de Rectores an der Universidad de Concepción gegenüber Radio Biobío: 'No hay un decreto firmado todavía, así que no hay la posibilidad de referirse a ningún nombre previamente' (Es gibt noch kein unterzeichnetes Dekret, daher besteht keine Möglichkeit, sich zu irgendeinem Namen vorab zu äußern). Sie betonte, dass ein amtierender Seremi im Amt sei und ein Name erst mit einem unterzeichneten Dekret bekannt gegeben werde. Regierungskreise teilten La Tercera mit, dass die Tweets zum Verzicht geführt hätten, begünstigt durch das fehlende Dekret. Innerhalb des Ministeriums wurde der Delegation vorgeworfen, die Ankündigung verfrüht vorgenommen und die Ministerin so in eine heikle Angelegenheit hineingezogen zu haben.