Chiles Wohnungsbauminister Iván Poduje lieferte sich am Sonntagabend bei einem Treffen in Biobío einen hitzigen Schlagabtausch mit den Abgeordneten Antonio Rivas (PS) und Álvaro Ortiz (DC). Die Sitzung sollte eigentlich den Baustillstand bei Projekten der Firma Tapusa thematisieren, endete jedoch in gegenseitigen Anschuldigungen. Die Partei DC reichte formell Beschwerde bei der Regierung ein.
Das Treffen fand am Abend des Sonntag, dem 3. Mai, in Biobío statt und war einberufen worden, um den Baustopp durch das Unternehmen Tapusa bei Projekten wie der Eje Colón und der Puente Perales in Talcahuano sowie der Puente Esmeralda in Concepción zu erörtern. Laut Teilnehmern, auf die sich La Tercera beruft, stieg die Spannung, als Senator Enrique van Rysselberghe einen Presseartikel teilte, in dem der Abgeordnete Rivas sich auf eine angebliche Schuld des Serviu gegenüber Tapusa in Höhe von 6 Milliarden Pesos bezog, wie sie vom Geschäftsführer des Unternehmens genannt wurde.
Minister Poduje wies Rivas für diese Behauptungen zurecht, bestritt jegliche Schulden des Minvu und unterstellte der Firma Eigeninteressen, was zu lautstarkem Streit führte. „Sie sind nicht mein Chef!“, rief Rivas Poduje zu, der wiederum Beweise für die Schulden forderte. Zeugen beschrieben Poduje als aggressiv und berichteten, wie er auf sein Gegenüber zuging.
Álvaro Ortiz, Parteivorsitzender der DC, versuchte zu vermitteln, wurde jedoch von Poduje dafür kritisiert, frühere Treffen versäumt zu haben; Poduje erhob die Stimme und erklärte, er kenne ihn nicht. Senator Gastón Saavedra (PS) verglich die Szene mit einer Fernsehshow: „Es war wie bei ‚Sin Filtros‘. Es fehlte nur der Moderator“.
Am Montag teilte Ortiz mit, dass Innenminister Claudio Alvarado und Finanzminister Jorge Quiroz sich nach der formellen Beschwerde der DC im Namen der Regierung entschuldigt hätten. Poduje bestritt die Spannungen: „Ich habe keine Verbindung hergestellt. Es gab keine Respektlosigkeit, das ist falsch“. Dies reiht sich in eine Serie früherer Auseinandersetzungen von Poduje ein, unter anderem mit seinem Finanzkollegen.