Das kolumbianische Außenministerium hat Ecuador am Samstag der bewussten Einmischung in die Präsidentschaftswahlen am Sonntag beschuldigt. Die Anschuldigung folgte auf die Ankündigung des ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa, bilaterale Zölle ab dem 1. Juni abzuschaffen.
Die Stellungnahme folgte auf ein Gespräch Noboas mit dem kolumbianischen Präsidentschaftskandidaten Abelardo De La Espriella. Noboa erklärte auf X, die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Bereitschaft des Kandidaten, gemeinsam den Narcoterrorismus zu bekämpfen, sowie auf eine Vereinbarung zur Überstellung ecuadorianischer Krimineller in Kolumbien.
Kolumbien wies die Darstellung der Entscheidung als Geste des guten Willens durch Noboa zurück. In seinem Kommuniqué hielt das Außenministerium fest, dass die Rücknahme der Zölle auf einen Beschluss des Generalsekretariats der Andengemeinschaft zurückzuführen sei und nicht auf politische Erwägungen.
Präsident Gustavo Petro führte den Ursprung der Zölle auf den ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez zurück. Petro schrieb auf X, dass Uribe die Zölle erhöht habe und der Andenpakt deren Rücknahme nach dem wirtschaftlichen Schaden angeordnet habe.
Der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern hat sich seit Januar mit gegenseitigen Zöllen von bis zu 100 Prozent verschärft. Kolumbien kündigte zudem an, Maßnahmen zurückzuziehen, die zur Abmilderung der Auswirkungen der ecuadorianischen Zölle ergriffen worden waren.