Kolumbien erhöht Zölle auf ecuadorianische Produkte per Dekret auf 75 Prozent

Im anhaltenden Zollstreit zwischen Kolumbien und Ecuador hat das kolumbianische Handelsministerium am 28. April 2026 das Dekret 0455 erlassen. Dieses sieht für 191 Produkte aus Ecuador Zölle von 35, 50 oder 75 Prozent vor – eine deutliche Anhebung gegenüber den zuvor geltenden 30 Prozent – um den ecuadorianischen sogenannten „Sicherheitszöllen“ von 100 Prozent entgegenzuwirken. Für unverzichtbare Vorprodukte ohne Ersatzmöglichkeiten gelten weiterhin keine Zölle. Das Dekret soll am 30. April im Amtsblatt veröffentlicht werden und tritt unmittelbar danach in Kraft.

Nach früheren Gegenmaßnahmen, darunter 30-prozentige Zölle auf ausgewählte ecuadorianische Waren, die im Januar eingeführt wurden, hat das kolumbianische Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus (MinComercio) mit dem Dekret 0455 vom 28. April 2026 die Gangart verschärft. Es legt differenzierte Zölle von 35, 50 und 75 Prozent auf 191 von insgesamt 758 Zolltarifnummern im Handel mit Ecuador fest.

Ministerin Diana Marcela Morales Rojas betonte den Schutz der nationalen Industrie und der Lieferketten: „Mit dieser Maßnahme schützen wir nicht nur die nationale Industrie, sondern sichern auch die interne Versorgung.“ Ausnahmen gelten für essenzielle Vorprodukte ohne Ersatz, wie Bohnen, Kochbananen und Arzneimittel, während auf Reis, Palmöl und Zucker der Höchstsatz von 75 Prozent erhoben wird.

Diese vorübergehende Maßnahme spiegelt Ecuadors 100-prozentige Zölle auf kolumbianische Waren wider und dient dem Schutz kolumbianischer Arbeitsplätze, der Grenzökonomien sowie der Stabilität in Bereichen, in denen die heimische Produktion ausreicht.

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