Die kolumbianische Ministerin für Handel, Industrie und Tourismus, Diana Marcela Morales Rojas, wies die Handelsmaßnahmen Ecuadors zurück und kündigte an, dass Kolumbien die Zölle auf Importe aus Ecuador auf 100 Prozent anheben werde. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion darauf, dass Ecuador seinerseits die Zölle auf kolumbianische Produkte auf 100 Prozent erhöht und dies mit Problemen bei der Grenzsicherheit begründet hat. Wirtschaftsvertreter beider Länder forderten einen Dialog auf Präsidentenebene, um wirtschaftliche Schäden abzuwenden.
Ministerin Diana Marcela Morales Rojas äußerte eine scharfe Zurückweisung der Maßnahmen der Regierung des ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa, welche die Zölle auf kolumbianische Produkte von 30 oder 50 Prozent auf 100 Prozent erhöht hatte. Begründet wurde dies mit unzureichenden kolumbianischen Maßnahmen gegen den Drogenhandel und das Verbrechen an der gemeinsamen Grenze.
„Seitens der Regierung von Präsident Petro haben wir alle diplomatischen Bemühungen ausgeschöpft und die Dialogkanäle mit der ecuadorianischen Regierung offen gehalten“, erklärte Morales. Da eine positive Reaktion ausblieb, wird Kolumbien das Dekret 170 anpassen, um den Zoll von 100 Prozent zu spiegeln. Der Vorschlag wird umgehend dem Comité de Asuntos Aduaneros, Arancelarios y de Comercio Exterior (Triple A) vorgelegt.
Kolumbien hat bei der Comunidad Andina (CAN) Beschwerde wegen Verstoßes gegen das Abkommen von Cartagena aus dem Jahr 1969 eingereicht. Die Regierung wird zudem Entlastungsmaßnahmen für Unternehmen fördern, darunter günstige Kreditlinien, um Arbeitsplätze zu sichern und die wirtschaftliche Belebung zu unterstützen.
Wirtschaftsvertreter beider Seiten, darunter Bruce Mac Master von der Andi und María Paz Jervis von der ecuadorianischen Industriekammer, drängten auf einen Dialog der Präsidenten. „Der internationale Handel ist nicht das Forum für solche Lösungen“, sagte Mac Master und wies darauf hin, dass der bilaterale Handel monatlich 250 Millionen US-Dollar übersteigt und in den vergangenen 60 Jahren um das 174-fache gewachsen ist.