Die Handelskammer von Ipiales meldete, dass am 6. Mai keine Exporte über die internationale Brücke Rumichaca nach Ecuador gelangen konnten, fünf Tage nachdem Ecuador einen Zollsatz von 100 % auf kolumbianische Produkte erhoben hatte.
Iván Flórez, Präsident der Handelskammer von Ipiales, beschrieb die Situation als trostlos. Am 6. Mai um 10:20 Uhr war der Strom an Lastkraftwagen in Richtung Ecuador bei null. Vor Einführung des Zolls passierten täglich etwa 300 Sattelschlepper die Grenze; nun ist der Verkehr um fast 98 % eingebrochen.
Die Regierung von Daniel Noboa kündigte an, dass der Zollsatz ab Juni auf 75 % gesenkt werde. Flórez wies jedoch darauf hin, dass die lokalen Unternehmen selbst diese Reduzierung als Handelshemmnis betrachten. „Unsere Unternehmen sagen, dass 75 % dasselbe ist wie 100 %“, erklärte er.
Importe aus Ecuador fließen zwar etwas ungehinderter, allerdings handelt es sich dabei oft um Transitwaren mit Ziel Peru oder Bolivien oder um Waren, die nicht unter den Aufschlag fallen. Die Auswirkungen auf die lokale Beschäftigung sind bereits sichtbar: Die Unternehmen in der Region haben etwa 70 % ihres üblichen Handelsvolumens verloren.