Nach einem Treffen in Quito ohne Einigung über Zölle kündigte Kolumbien an, Ecuador vor der Andengemeinschaft wegen Verstoßes gegen das Abkommen von Cartagena zu verklagen. Die Außenminister beider Länder besprachen bilaterale Themen, doch Ecuador lehnte die Aussetzung des 30-Prozent-Zolls auf kolumbianische Produkte ab. Kolumbien wird aus Gründen der nationalen Sicherheit mit eigenen Zöllen reagieren.
Das Treffen zwischen den Delegationen Kolumbiens und Ecuadors fand diese Woche in Quito statt und wurde von der kolumbianischen Außenministerin Rosa Villavicencio und ihrer ecuadorianischen Amtskollegin Gabriela Sommerfeld geleitet. Die Gespräche konzentrierten sich auf offene bilaterale Fragen, darunter Sicherheit, Grenzkontrolle, Energie und Handel, wie das ecuadorianische Außenministerium mitteilte. Es wurden Vereinbarungen in Sicherheitsfragen getroffen, aber kein Konsens zur Zollfrage erzielt, die zu den streitigsten Punkten zählt. Ecuador verhängte seit Januar einen 30-Prozent-Zoll auf kolumbianische Produkte, dessen Aussetzung Villavicencio forderte. Das ecuadorianische Außenministerium erklärte jedoch, den Antrag später zu prüfen. Auf diese Ablehnung hin beschloss Kolumbien, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. „In dieser Situation sieht sich die Regierung Kolumbiens gezwungen, das Dekret über Antwortzölle aus Gründen der nationalen Sicherheit zu erlassen, dessen Unterzeichnung auf der Erwartung unmittelbarerer Vereinbarungen verschoben worden war. Gleichzeitig wird heute die Klage bei der Andengemeinschaft wegen der Missachtung Ecuadors gegenüber dem im Abkommen von Cartagena vom 26. Mai 1969 Geschlossenen eingereicht“, teilte das kolumbianische Außenministerium in einer Erklärung mit. Trotz jüngster Annäherungen zwischen den Ländern hält der Zollstreit an und beeinträchtigt den bilateralen Handel im Rahmen der andinen Integration.