In Katalonien ist ein Nahverkehrszug entgleist, nachdem eine Stützmauer durch starken Regen auf die Gleise gestürzt ist. Der Zugführer kam ums Leben, mindestens 30 Menschen wurden verletzt. Der Unfall ereignete sich zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Andalusien.
Am Dienstagabend entgleiste ein Nahverkehrszug der Linie R4 des Netzes Rodalies nahe dem Ort Gelida, etwa 40 Kilometer von Barcelona entfernt. Eine Stützmauer war infolge heftiger Regenfälle während des Sturms „Harry“ auf die Gleise gestürzt und traf den Zug frontal. Der regionale Rettungsdienst teilte mit, dass der Tote der Zugführer ist. Berichte über die Zahl der Verletzten variieren: Der Zivilschutz Kataloniens sprach von 37 Verletzten, während andere Quellen 20 oder 15 angeben, darunter mehrere Schwerverletzte.
Am Unglücksort waren 20 Krankenwagen, Dutzende Sanitäter und 38 Feuerwehreinheiten im Einsatz. Der Zug war in der vollen Abendrushhour unterwegs, viele Passagiere standen. Der Sturm brachte Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Kilometern pro Stunde und starke Niederschläge, weshalb in Teilen Kataloniens Alarmstufe Rot ausgerufen wurde. Behörden warnten vor meterhohen Wellen an Küsten.
Dieser Vorfall geschah nur zwei Tage nach der Katastrophe in Andalusien bei Córdoba, bei der mindestens 42 Menschen starben. Zuvor war ein weiterer Rodalies-Zug der Linie R2 nahe Blanes durch einen Erdrutsch entgleist, ohne dass Verletzte gemeldet wurden. In einem separaten Zwischenfall wurde ein Mann tot in seinem von Fluten mitgerissenen Auto bei Palau-Sator gefunden.
Die Behörden untersuchen die Ursachen, betonen aber die außergewöhnlichen Wetterbedingungen als Auslöser.