Die digitale Plattform von Skolverket für nationale Prüfungen ist am Donnerstag während des Testlaufs ausgefallen und hat Tausende von Schülern betroffen. Nur etwa die Hälfte der 17.000 Schüler konnte die Probe abschließen, und Lehrer beschreiben das Chaos als Katastrophe. Das Projekt, das fast 700 Millionen Kronen gekostet hat, stößt auf scharfe Kritik.
Am Donnerstag wurde die digitale Plattform von Skolverket für nationale Prüfungen an mehreren Schulen in ganz Schweden getestet, aber das System ist abgestürzt und hat erhebliches Chaos verursacht. Nur etwa die Hälfte der 17.000 teilnehmenden Schüler konnte die Probe abschließen, so Berichte der Lehrergewerkschaft Sveriges Lärare. An der Fokusskolan in Nyköping kämpfte der Lehrer Ronny Söderqvist damit, den Schülern zu helfen: «Ich habe in 45 Minuten fünftausend Schritte im Klassenzimmer gemacht, um den Schülern zu helfen.» Die meisten Schüler konnten sich nicht einloggen, und Söderqvist stellte fest, dass er bei der Anmeldung Daten von Schülern anderer Schulen sah – ein Problem, das letztes Jahr zu einer Stornierung der Test zwei Tage vorher aufgrund von Datenschutzbedenken führte.
An der Färjestadens Schule in der Gemeinde Mörbylånga auf Öland versuchte die Lehrerin Emelie Grön, die Prüfung um neun Uhr zu starten, aber die Plattform versagte. «Als die Prüfung um neun begann, konnten wir die Seite nicht erreichen. Wir haben unsere Einstellungen geändert, aber nichts funktionierte. Wir dachten, es läge an uns,» sagt sie. Nach fast einer Stunde wurden die Schüler statt des Fünf-Minuten-Tests in die Pause geschickt. Der Support von Skolverket war zunächst nicht über das Problem informiert, aber nach Kontakt mit Kollegen in der Gemeinde wurde klar, dass das Problem weit verbreitet war. «Es ist so enttäuschend, dass es so endet! Wir Lehrer mussten Schulungen für dieses System besuchen, und das nimmt Zeit von unserer Planung und dem Unterricht,» fügt Grön hinzu.
Das Projekt, das nun in seinem neunten Jahr ist, hat die Steuerzahler fast 700 Millionen Kronen gekostet, um die Prüfungen für gerechtere Bewertungen zu digitalisieren. Anna Maria Nord, Chefsicherheitsbeauftragte von Sveriges Lärare in Stockholm, nennt es «eine Katastrophe.» Schulen haben in Schulungen und Anschlüsse investiert, aber Ronny Söderqvist sagt: «Es ist peinlich. Ich erwarte voll und ganz, dass es im Frühling wieder auf Papier ist.» Skolverket bestätigt Anmelde- und Ausführungsprobleme und plant eine Evaluierung vor den nationalen Prüfungen im Frühling 2026.