Ägypten hat seine Haltung zum Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) geändert, wobei Wasserressourcenminister Hani Sweilem Entschädigung von Äthiopien für Schäden an Ägypten und Sudan verlangt. Die Aussage fiel während einer Plenarsitzung des ägyptischen Senats am Sonntag.
Ägypten hat seinen Ansatz zum Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) geändert, wobei Minister für Wasserressourcen und Bewässerung Hani Sweilem Äthiopien auffordert, Ägypten und Sudan für die zugefügten Schäden zu entschädigen. Diese Forderung wurde während einer Plenarsitzung des ägyptischen Senats am Sonntag geäußert. Sweilem betonte, dass noch nie ein Staudamm von GERDs Größe einseitig am Nil gebaut wurde. Er erklärte, das Projekt habe Ägyptens Nilwasserzuweisung bereits um 38 Milliarden Kubikmeter gekürzt und sie von den vereinbarten 55 Milliarden auf nur 17 Milliarden Kubikmeter reduziert. Der Minister wies darauf hin, dass Ägyptens Wasserbedarf auf 88,5 Milliarden Kubikmeter jährlich gestiegen sei, während sein fester Anteil bei 55,5 Milliarden bleibe. „Wir recyceln jährlich 23,2 Milliarden Kubikmeter, um die Lücke zu schließen, und Kläranlagen tragen weitere 4,8 Milliarden Kubikmeter bei“, erläuterte er. Die Pro-Kopf-Wasserverfügbarkeit in Ägypten ist nun auf 500 Kubikmeter gesunken – die Hälfte des globalen Durchschnitts von 1.000 Kubikmetern pro Person. Dieser Wechsel in der Rhetorik signalisiert zunehmende Spannungen im langjährigen GERD-Streit und könnte die laufenden Gespräche zwischen Äthiopien und den Flussabwärtsstaaten erschweren. Ägyptens Position beruft sich auf historische Nil-Abkommen, die seine Wasserrechte priorisieren.