Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer hat einen bedeutenden archäologischen Fund im Gouvernement Beheira bekannt gegeben. Dort legte eine ägyptische Mission ein Gebäude frei, bei dem es sich vermutlich um ein Gästehaus aus der Frühzeit des koptischen Mönchtums im fünften Jahrhundert handelt. Die Entdeckung an der Stätte Al-Qalaya in Hosh Issa liefert neue Erkenntnisse über die frühe klösterliche Architektur.
Eine ägyptische Mission des Obersten Rates für Altertümer hat an der Stätte Al-Qalaya in Hosh Issa, Gouvernement Beheira, ein Bauwerk aus dem fünften Jahrhundert freigelegt, das vermutlich als klösterliches Gästehaus während der Anfangsphase des koptischen Mönchtums diente. Hisham El-Leithy, der Generalsekretär des Rates, bezeichnete den Fund als wesentlichen Beitrag zum Verständnis der frühen klösterlichen Architektur und merkte an, dass Al-Qalaya als zweitgrößte Klostersiedlung in der Geschichte des christlichen Mönchtums gilt, deren Entwürfe die Anfänge der Entwicklung von Klöstern in Ägypten widerspiegeln. Das Gebäude umfasst 13 Räume für verschiedene Zwecke, darunter private und gemeinschaftliche Unterkünfte für Mönche, Gastbereiche sowie Räume für den Unterricht. Diaa Zahran, Leiter des Sektors für islamische, koptische und jüdische Altertümer, hob eine geräumige nördliche Halle mit verzierten Steinbänken für Besucher sowie einen zentralen Apsis-Gebetsraum mit einem in die Ostwand eingelassenen Kalksteinkreuz hervor. Bei den Ausgrabungen kamen Wandmalereien von unvollständigen klösterlichen Figuren in Ordenstracht, Pflanzenmotive sowie ein Wandgemälde mit zwei Gazellen inmitten von pflanzlichen Verzierungen und einem symbolischen Kreis zum Vorschein. Der Grabungsleiter Samir Rizk Abdel Hafez berichtete von einer zwei Meter hohen Marmorsäule, Kapitellen, Basen, Keramik, Ostraka mit koptischen Buchstaben oder geometrischen und floralen Mustern, Tier- und Vogelknochen sowie Muschelschalen, die Aufschluss über die Ernährung der Mönche geben. Ein herausragendes Fundstück ist eine rechteckige Kalksteinplatte mit einer koptischen Inschrift, eine Grabstele für „Abba Kyr, Sohn des Shenouda“. Die Mission ist seit 2023 in Al-Qalaya tätig und entdeckte zuvor bereits „Manshobiyat“-Klosterkomplexe, Wirtschaftsgebäude und weitere Wandmalereien.