Der Stadtverwalter von Ekurhuleni, Kagiso Lerutla, und der stellvertretende Polizeichef, Julius Mkhwanazi, sind vor dem Amtsgericht Boksburg erschienen, um Kautionsanträge wegen Betrugs, Korruption und Strafvereitelung zu stellen. Die Vorwürfe gehen auf eine Identitätstäuschung im Jahr 2019 sowie die Vertuschung eines tödlichen Unfalls im Jahr 2021 zurück. Die Staatsanwaltschaft lehnt eine Freilassung gegen Kaution aufgrund von Beeinflussungsrisiken ab.
Vor dem Amtsgericht in Boksburg wurden Einzelheiten zu dem Vorfall aus dem Jahr 2019 erörtert, bei dem Lerutla, der wegen Geschwindigkeitsüberschreitung festgenommen worden war, angeblich nicht vor Gericht erschien. Stattdessen suchte er die Hilfe von Mkhwanazi, der veranlasste, dass sein persönlicher Fahrer sich als Lerutla ausgab. Die ermittelnde Beamtin Silindile Madinane gab in ihrer eidesstattlichen Erklärung an, dass Lerutla 400.000 Rand in Raten zahlte, aufgeteilt zwischen Mkhwanazi und dem Fahrer, um seine Karriere während eines Vorstellungsgesprächs für die Position des CFO zu schützen.
Madinane bezeichnete dies als einen Angriff auf das Strafjustizsystem und merkte an, dass der Fall erst 2026 durch die Taskforce der Madlanga-Kommission wieder ans Licht gekommen sei. Sie äußerte die Befürchtung, dass eine Freilassung der beiden gegen Kaution zur Beeinflussung gefährdeter Zeugen aus dem Untergebenenkreis führen könnte.
Das Gericht erfuhr zudem von einem Frontalzusammenstoß im Mai 2021 in Benoni, an dem Lerutla beteiligt war und bei dem der andere Fahrer ums Leben kam. Lerutla soll einem Abschleppdienstfahrer 10.000 Rand gezahlt haben, um die Leiche zu entfernen, bevor die Polizei eintraf. Ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung wurde eingeleitet, jedoch Monate später eingestellt; die Akte gilt derzeit als verschollen und muss rekonstruiert werden.
Weitere Beweise brachten Mkhwanazi mit Todesfällen in Verbindung, darunter die Ermordung des ehemaligen EMPD-Beamten Marius van der Merwe im Dezember 2025, nachdem dieser über eine von Mkhwanazi angeordnete Vertuschung ausgesagt hatte. Mkhwanazi behauptete, hinter seiner Verhaftung stünden politische Motive, und verwies auf seinen Gesundheitszustand sowie seine Pension in Höhe von 7 Millionen Rand. Lerutla, der monatlich 220.000 Rand verdient, beteuerte, er stelle keine Fluchtgefahr dar. Die Anhörung wird am 24. April fortgesetzt.