Die äthiopische Regierung hat den Speditionssektor vollständig liberalisiert und erlaubt ausländischen Investoren erstmals, ohne lokale Partner tätig zu werden. Die vom äthiopischen Investitionsrat genehmigte Entscheidung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und hebt eine Regelung aus dem Jahr 2020 auf. Branchenexperten äußern sich unterschiedlich über die möglichen Auswirkungen.
Der Schritt hebt die Investitionsverordnung Nr. 474/2020 auf, die ausländische Kapitalbeteiligungen bei Joint Ventures auf 49 Prozent beschränkt hatte. Nach Angaben der äthiopischen Investitionskommission hatten die früheren Vorschriften nicht genügend neue Investitionen angezogen. Worku Lemma, Direktor des nationalen Büros für Logistiktransformation, erklärte, die Änderung werde Wissen, Technologie und Ressourcen einbringen, um Kosten und Verzögerungen zu reduzieren. Er wies darauf hin, dass logistische Schwachstellen die Inflation angeheizt und die Exportwettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt hätten. Dawit Woubeshet, CEO von Cosmos und Präsident des äthiopischen Verbandes der Spediteure und Schifffahrtsagenten, sagte, der Markt könne nur eine begrenzte Anzahl großer Betreiber aufnehmen. Ein anonymer Branchenexperte fügte hinzu, dass das ausländische Interesse möglicherweise gering bleibe und einige lokale Firmen bereits informelle Partnerschaften mit internationalen Akteuren eingegangen seien.