Äthiopien hat einen neuen Versicherungsentwurf ausgearbeitet, um den Versicherungssektor erstmals für ausländische Investitionen zu öffnen. Dieser Schritt steht im Einklang mit den jüngsten Liberalisierungen im Banken- und Telekommunikationswesen.
Die äthiopische Regierung hat einen Entwurf für ein Versicherungsgesetz vorbereitet, das ausländischen Versicherern den Markteintritt ermöglichen soll und damit jahrzehntelange exklusive heimische Kontrolle beendet. Ausländische Unternehmen werden über lokale Tochtergesellschaften agieren; die Zusammenarbeit mit internationalen Rückversicherern soll die Kapazität und Risikoverteilung stärken. Die Proklamation etabliert die Ethiopian Insurance Regulatory Authority (EIRA) als unabhängige Behörde und überträgt die Aufsicht von der National Bank of Ethiopia (NBE). Die EIRA wird für Lizenzierungen, die Überwachung der Unternehmensführung sowie Inspektionen zuständig sein. Eine regulatorische Sandbox soll das Testen innovativer Produkte, einschließlich FinTech-Diensten, ermöglichen. Banken und Mikrofinanzinstitute können Versicherungen im Rahmen von Bancassurance vertreiben, zudem sind Mikroversicherungen und indexbasierte Produkte für die Landwirtschaft vorgesehen. Sicherheitsmaßnahmen umfassen verpflichtende externe Aktuare, eine Abwicklungsbehörde für Insolvenzfälle sowie einen vom Ministerrat festgelegten Schutzfonds für Versicherungsnehmer.