Die äthiopische Medienbehörde hat zwei Journalisten von Deutsche Welle dauerhaft gesperrt und damit die Bedenken hinsichtlich der Pressefreiheit verschärft. Die Entscheidung betrifft Reporter, die die Konfliktgebiete Amhara und Tigray abdecken. DW hat gegen den Schritt protestiert und fordert Wiedereinstellung sowie klarere Begründungen.
Deutsche Welle gab am 12. Dezember bekannt, dass die äthiopische Medienbehörde zwei ihrer Korrespondenten dauerhaft gesperrt hat, was einen schweren Schlag für den unabhängigen Journalismus darstellt. Dies folgt auf eine anfängliche vorübergehende Sperre am 23. Oktober, als die Behörde journalistische Tätigkeiten von neun DW-Reportern in Äthiopien verbot. Ein nachfolgender Brief letzte Woche hob die Einschränkungen für sieben auf, bestätigte aber die dauerhaften Verbote für die beiden, die die konfliktbetroffenen Regionen Amhara und Tigray abdecken, mit der Begründung der "Nichtbefolgung äthiopischer Gesetze und beruflicher Ethik".
DW hat energisch gegen die Entscheidung protestiert und darauf hingewiesen, dass die Behörde keine spezifischen Beispiele für Verstöße lieferte und sich auf vage Andeutungen zur äthiopischen Medienproklamation und Hassredegesetzen stützte. Der Sender betonte den Mangel an Transparenz im Verfahren.
Diese Entwicklung unterstreicht die wachsenden Druck auf die unabhängige Presse in Äthiopien inmitten anhaltender regionaler Konflikte und politischer Spannungen. Kritiker sehen in solchen Maßnahmen eine Unterdrückung der Berichterstattung über sensible Themen, was die Medienfreiheit in einem Land weiter untergräbt, das in internationalen Pressefreiheitsindizes bereits schlecht abschneidet. Der Aufruf von DW zur Wiedereinstellung und zu mehr Rechenschaft legt die Möglichkeit breiterer internationaler Folgen nahe.