Aufbauend auf früheren Boykott-Aufrufen wegen US-Außenpolitik beobachten europäische Fußballverbände nun genau mögliche Maßnahmen gegen die FIFA-WM 2026 nach Präsident Donald Trumps Drohungen, Grönland anzuhängen. Frankreichs Sportministerin schließt einen sofortigen Boykott aus, doch Politiker, Fans und Verbände im Kontinent drängen auf Überlegung.
Eskalierende geopolitische Spannungen um Trumps Forderungen nach Grönland, einem autonomen dänischen Gebiet, haben europäische Fußballführer dazu veranlasst, die Teilnahme an der US-lastigen WM 2026 zu bewerten. Trump hat Zölle gegen Länder wie Frankreich und Deutschland angedroht, die sich ihm widersetzen, und „sofortige Verhandlungen“ gefordert, ohne Gewalt auszuschließen. Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari sagte am 21. Januar: „In der aktuellen Lage besteht kein Wunsch des Ministeriums, diesen großen Wettbewerb zu boykottieren.“ Sie betonte die Trennung von Sport und Politik. Der linksextreme Politiker Éric Coquerel forderte jedoch eine Neubewertung der Teilnahme: „Ernsthaft, stellt man sich vor, zur WM in ein Land zu reisen, das seine ‚Nachbarn‘ angreift, Grönland zu besetzen droht und das Völkerrecht mit Füßen tritt.“ Die deutsche Regierung überlässt Entscheidungen dem DFB und der FIFA. Der niederländische Verband KNVB bestätigte am 21. Januar, den Richtlinien von FIFA, UEFA und Regierung zu folgen; Generalsekretär Gijs de Jong sagte: „Wenn sie angeben, dass Reisen oder Spielen in einer Region nicht erlaubt ist, gehen wir nicht.“ Eine Petition des Journalisten Teun van de Keuken aus den Niederlanden hat fast 120.000 Unterschriften für einen Boykott. Etwa 20 UEFA-Verbände diskutierten das Thema informell bei einer Veranstaltung in Budapest zum Jubiläum des ungarischen Verbands. Der dänische Verband konzentriert sich auf die Qualifikation inmitten der „sensiblen Situation“. Die Verbindungen von FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Trump, einschließlich des Friedenspreises im Dezember 2025, stehen unter Beobachtung. Kritiker befürchten, dass eine Invasion dem Russland-Verbot wegen Ukraine ähneln könnte und eine europäische Reaktion erzwingt. Es gibt noch keine offiziellen Boykotte, aber Beamte warnen vor wachsendem Druck vor dem Anpfiff am 11. Juni.