Ein hochrangiger Funktionär des Deutschen Fußball-Bunds hat zu Gesprächen über einen Boykott der FIFA-WM 2026 aufgerufen und dabei den kontroversen Versuch von US-Präsident Donald Trump verwiesen, Grönland zu erwerben. Der Vorschlag kommt inmitten zunehmender Spannungen nach Trumps Androhungen von Zöllen gegen gegnerische europäische Nationen, einschließlich Deutschlands. Während andere Länder Zurückhaltung üben, unterstreichen die Äußerungen wachsende Bedenken hinsichtlich der Ausrichtung des Turniers durch die USA, Kanada und Mexiko.
Die FIFA-WM 2026 mit einem erweiterten Teilnehmerfeld von 48 Teams über 104 Spiele wird von den USA 78 dieser Matches austragen, einschließlich des Finals und der meisten K.o.-Runden. Dieses Gemeinschaftsereignis mit Kanada und Mexiko hat bereits 42 Nationen qualifiziert, darunter Deutschland und Frankreich, während Dänemark auf einen Playoff-Platz hofft. Die Spannungen eskalierten zu Beginn dieses Monats, als Präsident Trump drohte, Grönland, ein autonomes Gebiet unter dänischer Kontrolle, zu erwerben, was Empörung bei europäischen Führern auslöste. Er warnte vor Zöllen gegen acht Länder, darunter Deutschland, die sich dem Plan widersetzten, zog das Drohen jedoch später zurück inmitten von Gesprächen über ein 'Rahmenwerk für ein zukünftiges Abkommen'. Oke Gottlich, Vizepräsident des DFB und Präsident des Bundesliga-Klubs St. Pauli, sagte der Zeitung Hamburger Morgenpost: „Ich frage mich wirklich, wann die Zeit kommt, konkret darüber nachzudenken und zu sprechen [über einen Boykott]. Für mich ist diese Zeit definitiv gekommen.“ Gottlich zog Parallelen zum US-geführten Boykott der Moskauer Olympischen Spiele 1980 wegen der sowjetischen Invasion in Afghanistan und sagte: „Was waren die Rechtfertigungen für die Boykotte der Olympischen Spiele in den 1980er Jahren? Meiner Rechnung nach ist die potenzielle Bedrohung jetzt größer als damals. Wir müssen diese Diskussion führen.“ Er kritisierte den Wandel hin zu apolitischen Haltungen im Fußball und verwies auf den Protest Deutschlands bei der WM 2022 in Katar gegen FIFAs Einschränkungen beim OneLove-Armband, bei dem Spieler sich den Mund zuhielten, um gegen das 'zum Schweigen bringen' zu protestieren. Gottlich stellte die Grenzen politischer Aktionen infrage und fragte, wann ein 'Tabu' durch Drohungen oder Angriffe überschritten wird. Die Reaktionen sind unterschiedlich: Die französische Regierung lehnt einen Boykott vorerst ab, und der dänische Fußballverband erkennt die 'sensiblen Lage' an. Boykottforderungen sind auch im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden und für England und Schottland laut geworden, inmitten von Berichten über Reiseverbote, die den Ticketzugang erschweren. Deutschlands WM-Kampagne umfasst Spiele gegen Curaçao in Houston, die Elfenbeinküste in Toronto und Ecuador in New York/New Jersey. Trotz Trumps kürzlich verliehenem FIFA-Friedenspreis haben seine Handlungen die Debatte über die politischen Implikationen des Turniers angeheizt.