Das FEI-Tribunal hat den Einspruch des französischen Springreiters Simon Delestre gegen seine rückwirkende Disqualifikation aus einem Viertelfinale des Global Champions League Super Cups zurückgewiesen. Offizielle hatten ihn disqualifiziert, nachdem sich sein Kinnriemen während eines fehlerfreien Ritts in Prag im vergangenen November gelöst hatte. Die Entscheidung beendete die Teilnahme seines Teams, der Istanbul Warriors, an den Playoffs.
Simon Delestre, olympischer Medaillengewinner und Weltmeisterschafts-Medaillengewinner, absolvierte im Viertelfinale des GCL Super Cups bei den Global Champions Playoffs in Prag einen fehlerfreien Ritt für die Istanbul Warriors. Eine nachträgliche Überprüfung des Videomaterials ergab, dass sich der Kinnriemen seines Helms gelöst hatte, was gemäß den FEI-Regeln, die eine vollständig geschlossene Kopfbedeckung vorschreiben, zur Disqualifikation führte. Diese Entscheidung schloss das Team vom weiteren Wettbewerb aus. Delestre bezeichnete das Urteil zum damaligen Zeitpunkt als unfair und merkte an, dass andere Reiter in ähnlichen Situationen ihre Ergebnisse behalten durften. Die GCL und die Veranstalter äußerten sich enttäuscht und erklärten, die Entscheidung habe Auswirkungen auf das gesamte Event gehabt, auch wenn sie die Autorität der FEI respektierten. Die Ground Jury wies Delestres ersten Einspruch ab. Er zog daraufhin vor das FEI-Tribunal und argumentierte, dass die Disqualifikation nach dem Ritt gegen die Prinzipien der Fairness verstoße und für ein unbeabsichtigtes Ausrüstungsproblem, das während des Ritts nicht bemerkt wurde, unverhältnismäßig sei. Delestre machte geltend, es habe sich nicht um eine Entscheidung auf dem 'Spielfeld' in Echtzeit gehandelt, da die Ergebnisse bereits veröffentlicht waren. Das FEI-Tribunal entschied, dass es sich zweifelsfrei um eine Entscheidung auf dem 'Spielfeld' handele, die auch nach dem Ritt per Videobeweis zulässig sei. Es verglich den Vorfall mit Kontrollen nach dem Ritt, etwa bei Blut am Pferd, und stellte fest, dass der Zeitpunkt den Status der Entscheidung nicht ändere. Der Einspruch wurde als unzulässig eingestuft. Horse & Hound hat Delestre um eine Stellungnahme zu möglichen weiteren Rechtsmitteln gebeten.