Der Weltfußballverband CAF hat Senegal nach einem umstrittenen Abbruch des Endspiels gegen Gastgeber Marokko von der AFCON 2025 disqualifiziert und den Sieg der Atlas Lions mit 3:0 für ungültig erklärt. Der senegalesische Verband wird die Entscheidung vor dem Schiedsgericht für Sport anfechten, während Spieler wie Idrissa Gueye sich weigern, ihre Medaillen zurückzugeben. Die Regierung fordert eine unabhängige Untersuchung der Entscheidung und möglicher Korruption.
Die Kontroverse im Finale der AFCON 2025 zwischen Senegal und Marokko hat sich verschärft. Beim Spiel am 18. Januar im Mulay-Abdelá-Stadion in Rabat verließen die senegalesischen Spieler aus Protest gegen einen späten Elfmeter, der dem marokkanischen Spieler Brahim Díaz zugesprochen worden war, das Spielfeld und setzten es nach 17 Minuten Diskussion fort. Díaz verschoss den Elfmeter, und Pape Gueye erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 1:0 für Senegal, der zunächst landesweit gefeiert wurde.
Die CAF bestätigte zunächst das Ergebnis, verhängte aber Geldstrafen und Sperren. Nach einem marokkanischen Einspruch und einer weiteren Untersuchung zwei Monate später entschied die CAF jedoch, dass der Senegal das Spiel wegen "Nichtantretens" mit 0:3 verloren hatte, und sprach Marokko den Titel zu. Der Senegalesische Fußballverband bezeichnete die Entscheidung als "ungerecht, beispiellos und inakzeptabel", und Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow erklärte: "Wir werden nicht aufgeben. Der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Sie planen, beim Schiedsgericht des Sports (CAS) in Lausanne Berufung einzulegen.
Die senegalesische Regierung verurteilte das "zutiefst unfaire" Urteil als Fehlinterpretation der Regeln und forderte eine internationale Untersuchung der mutmaßlichen Korruption bei der CAF und wies die "ungerechtfertigte Enteignung" zurück. Die Spieler, darunter Idrissa Gueye, weigern sich, ihre Goldmedaillen (oder den Pokal) zurückzugeben.
Der marokkanische Verband äußerte sich zufrieden über die "Einhaltung der Regeln", obwohl die Feierlichkeiten während des Ramadan gedämpft blieben. Trainer Reda Elmhamdi sprach von "aufgeschobener Freude mit einem bitteren Beigeschmack". Die marokkanische Botschaft in Dakar rief angesichts möglicher Unruhen zur Ruhe auf. Das Turnier diente als Test für die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2030 durch Marokko.