Die Gedichtsammlung Fenaphul von Hamayat Ullah Emon hat den Oitijjhya-Shantanu Kaiser Literary Award 2025 erhalten. Das Buch greift die Metapher einer zarten schwimmenden Blume auf, um Kindheitserinnerungen und existenzielle Themen zu erkunden. Seine subtile Bildsprache und rhythmische Stilistik haben Vergleiche mit introspektivem Kino hervorgerufen.
Hamayat Ullah Emon, ein junger Dichter, hat mit seinem Buch Fenaphul Anerkennung gefunden, das den Oitijjhya-Shantanu Kaiser Literary Award 2025 gewonnen hat. Die Sammlung umfasst 64 unbetitelte Gedichte, die fortlaufend nummeriert sind und ländliches Bangladesch durch leichte Bilder von Feldern, Flüssen, Gebeten, Familie, Tieren und Dorfritualen heraufbeschwören. Der Titel bezieht sich auf fenaphul, eine kleine Blume, die auf schlammigen Dorfteichen schwimmt und Zerbrechlichkeit sowie Ausdauer symbolisiert, indem sie sich über das Wasser ausbreitet, ohne zu sinken. Rezensionen bemerken, dass die Gedichte wie ein kontinuierlicher kinematografischer Rahmen wirken und Kindheit sowie Existenz ohne schwere Vokabeln oder strenge Poetik einfangen. Erinnerungen breiten sich leise aus, ähnlich wie die Blume, und erzeugen ein Gefühl der Zugehörigkeit, während sie auf existenzielle Leere hindeuten, insbesondere die Entfremdung beim Übergang vom ländlichen zum städtischen Leben. Emon stellt Erwachsensein, Verantwortung und städtische Drücke durch intime Reflexionen in Frage. Die wiederkehrende Anrede „Tumi“ (Du) wechselt die Identitäten über die Gedichte hinweg und repräsentiert eine Geliebte, das Gehalt, die Mutter des Dichters oder sogar das fenaphul selbst. Beispiele: „Ami nogno, mathay dhorechhi alo, dingulote tomay“ (Ich stehe nackt da, halte Licht auf dem Kopf und trage dich durch die Tage); „Maash furale tumi eshe darabe jani, khule dibe boshobasher tension“ (Ich weiß, du wirst kommen, wenn der Monat endet, und die Spannung des Überlebens lösen); und „Khopa tule bhangchho keno tumio“ (Warum löst du dein Haar und zerbrichst ebenfalls?). Eine weitere eindringliche Zeile lautet: „Dakho shomudrer dike, machher nirobota“ (Schau zum Meer – die Stille der Fische), die eine meditative Stille heraufbeschwört, ähnlich der Atmosphäre im Film The Lighthouse von Robert Eggers aus dem Jahr 2019. Kulturelle Details wie sufistische Hingabe, Erntefelder und Familienmahlzeiten dienen als emotionale Anker. Frauen erscheinen als Symbole der Zärtlichkeit statt des Begehrens, und die Vaterfigur tritt durch häusliche Bilder hervor. Während das Fehlen individueller Titel die Erinnerung erschweren mag, breitet das Buch letztlich seine leisen Reflexionen im Geist des Lesers aus und spiegelt so das anhaltende Wachstum des fenaphul wider. Sakib Ahmed, Korrespondent an der Jahangirnagar University, lobt die Sammlung für ihren verfeinerten Rhythmus und ihr tiefes Gefühl menschlicher Leere.