Mai Serhans Memoir „I Can Imagine It for Us: A Palestinian Daughter’s Memoir“ erschien im Oktober 2025 beim American University in Cairo Press. Es nimmt die Form von Briefen an ihren verstorbenen Vater an, einen Palästinenser aus Akko, der während der Nakba 1948 vertrieben wurde. Das Buch erforscht Exil und Familiengedächtnis durch Imagination und Erinnerung. Serhan, die in Kairo, Abu Dhabi und Beirut mit einem palästinensischen Vater und einer ägyptischen Mutter aufwuchs, sucht ihre verlorene Erbschaft wiederherzustellen.
Das Memoir beginnt mit: „Ich war nie an dem Ort, aus dem ich stamme, aber ich kann ihn mir für uns vorstellen, Baba, für dich und mich.“ Es bewegt sich fließend zwischen Orten und Epochen, von Kairo nach Shenzhen im Jahr 2000, Beirut 1994, Abu Dhabi 1981 und zurück nach Akko im Jahr 1897. Serhan stellt ihren Vater dar, der das Gewicht der Vertreibung nach der Nakba 1948 trug, als schweigend über Palästina aufgrund tiefen Schmerzes, was ihn bissig und zurückgezogen machte und ihn schließlich nach China führte, wo er sich zu Tode arbeitete. nnIm Kern ringt das Buch mit einer sowohl persönlichen als auch historischen Frage: Was macht man mit einer geerbten Vergangenheit, die zukünftige Möglichkeiten stört? Serhan antwortet durch Schreiben, das auf Ausdauer, Erinnerung und Heilung abzielt, und erkennt die fragmentierte Geschichte ihrer Familie mit erzwungenem Aufbruch an. Sie schreibt: „Unsere Blutlinie ist wie ein Baum im Sturm, seine Äste brechen, sie zerstreuen sich im Wind, ohne etwas, das ihre Bewegung aufhält.“ nnDie Ablehnung linearer Chronologie spiegelt der briefliche Stil den verstreuten Geographien des Exils wider. Sie reflektiert: „Das Exil ließ dich glauben, überall sei eine Bedrohung und jeder stehe dir im Weg“, und fügt bedauernd hinzu: „Ich wünschte, du hättest verstanden, dass das kein Leben war, es hätte uns retten können, es hätte dich vielleicht sogar retten können.“ nnSie beschreibt Akko lyrisch: „Es mag dir scheinen, dass das Leben ein Inferno ist, dem du nicht entkommen kannst, aber es gab einmal vier Jahreszeiten … Im Frühling ein vielfarbiges Terrain aus Zitrusgelb und Henna-Rot und ein grüner fliegender Teppich im Osten und Nordwesten.“ nnIn einem Interview mit The London Magazine beschrieb Serhan das Werk als Künstlerroman, eine Coming-of-Age-Geschichte einer Künstlerin, die ihre Stimme und Identität findet. Es verwandelt Abwesenheit in Erzählung, füllt historische Lücken mit Geschichten und bietet ein zerbrechliches Versprechen der Kontinuität, verwurzelt im Wissen.