Der preisgekrönte pakistanische Autor Mohammed Hanif spricht in einem Interview mit The News on Sunday über seinen vierten Roman, Rebel English Academy. Das Buch beleuchtet die Nachwirkungen der Hinrichtung des ehemaligen Premierministers Zulfikar Ali Bhutto im Jahr 1979 aus der Perspektive einer Kleinstadt. Hanif greift auf persönliche Erinnerungen und satirische Elemente zurück, um Autoritarismus und gesellschaftliche Normen zu kritisieren.
Mohammed Hanif, geboren in Okara und nun in London ansässig, hat sich mit satirischen Romanen einen Namen gemacht, die Pakistans politische Turbulenzen thematisieren. Sein Debüt, The Case of Exploding Mangoes, gewann den Shakti Bhatt Award 2008 und den Commonwealth Book Prize 2009 und stand auf der Longlist für den Man Booker Prize. Sein zweiter Roman, Our Lady of Alice Bhatti, war für den Wellcome Prize 2012 auf der Shortlist, während Red Birds den KLF-Getz Pharma Prize for English Fiction 2020 gewann. nnIn Rebel English Academy lässt Hanif die Handlung in der fiktiven OK Town spielen, die lose von seiner Heimatstadt Okara inspiriert ist. Die Erzählung beginnt mit Bhuttos Hinrichtung, einem Moment, den Hanif aus seiner Jugend erinnert: Nach dem Abschluss seiner Prüfungen in der 8. Klasse trat er hinaus und fand verlassene Straßen inmitten weit verbreiteter Angst. „Ich dachte, ich schreibe über das Aufwachsen, Bildung und schlechte Romanzen. Bhuttos Hinrichtung war nur ein zufälliger Einstiegspunkt“, erklärte Hanif. nnDer Roman kritisiert Autoritarismus, Religiosität und Patriarchat und verbindet Humor mit ernsten Themen. Hanif bemerkt, dass Kleinstädte Veränderungen sichtbarer offenbaren als Großstädte, wo „die geheimen Geschichten der Menschen die Straßenecken übersäen“. Figuren wie der moralisch zerrissene Captain Gul verkörpern die Spannungen zwischen Macht und Privilegien, während Sabiha’s ‚Hausaufgaben‘-Kapitel formale Schulausarbeitungen nachahmen, um Motive und Zwänge zu erkunden. nnEnglisch im Buch symbolisiert sowohl Überleben als auch Rebellion, obwohl Hanif seine doppelte Rolle als Sprache der Macht und der Täuschung anerkennt. Zum Glauben und zur Autorität nähert er sich mit „viel Liebe zur Religion; viel Respekt vor der Macht; und etwas Verachtung dort, wo beide sich überschneiden“. nnHanif sieht keine starken Parallelen zwischen 1979 und heute, abgesehen von wiederkehrenden Inhaftierungen gewählter Führer. Er hofft, dass Leser die Geschichte als Liebeserzählung betrachten und das Auslesen des Buches zu einer kleinen rebellischen Tat anregt, wie das Weglegen des Handys zum Lesen.