Das Festival der Ökonomien für das Leben begann am Samstag im Palacio de San Carlos in Bogotá und wird vom Bildungsministerium sowie der Progressive International organisiert. Die Veranstaltung, die bis zum 4. Mai läuft, bringt Beamte und Wirtschaftswissenschaftler zusammen, um über ein progressives Wirtschaftsmodell zu diskutieren, das auf Industrie, Landwirtschaft und Energiewende ausgerichtet ist. Die Diskussionsrunden befassen sich mit institutionellen Blockaden und der Einkommensverteilung.
Das Festival wurde am 2. Mai im Palacio de San Carlos eröffnet, unterstützt vom Centro de Pensamiento Vida, dem Außenministerium und dem Finanzministerium. Cristian Pino vom Sekretariat der Progressive International erklärte, Kolumbien repräsentiere „ein lebendiges Reservat des Geistes von Havanna 1974“ und die Veranstaltung setze einen Zyklus fort, der 2024 begann.
Simón Gómez Azza, Wirtschaftswissenschaftler am King’s College London, kritisierte das erdölabhängige Modell der letzten Jahrzehnte und setzte sich für Kolumbien als „weltweite Macht des Lebens“ ein, mit Agrarreform und Energiewende. Zu den Panels des ersten Tages gehörte „Modellwechsel: Entwicklungsmotoren (Energiewende, Landwirtschaft und Industrie)“ mit Mario Valencia und Hernán Ceballos, die auf politische Maßnahmen wie das Gesetz 2294 von 2023 und Nicht-Bergbau-Exporte im Wert von fast 8 Milliarden US-Dollar hinwiesen.
Laura Moisá, Co-Direktorin der Banco de la República, rief dazu auf, das globale Wirtschaftsmodell zu überdenken, indem Umweltressourcen wie der Amazonas geschätzt und Ungleichheiten beim Zugang zu Wasser und Bildung verringert werden. César Giraldo, ein weiterer Co-Direktor, wies auf institutionelle Blockaden hin: „Es werden mehr Ressourcen gefordert, aber wenn die Regierung versucht, diese zu erhalten, erscheint die Blockade“, und schlug fiskalische, produktive und soziale Pakte vor.
Im Panel zum Thema Beschäftigung diskutierten Redner wie María Consuelo Ahumada und Daniel Ossa über Fortschritte beim Mindestlohn und die Erholung des Arbeitsanteils am Volkseinkommen auf 43 %, wobei sie den neoliberalen Ansatz kritisierten und die Ärmsten in den Vordergrund stellten.