Auf dem Festival der Ökonomien für das Leben drängten internationale Ökonomen auf eine Umgestaltung des derzeitigen Wirtschaftsmodells aufgrund seiner Ungleichheit und kolonialen Logiken. Experten wie Jayati Ghosh, Pedro Rossi und Fadhel Kaboub plädierten für souveräne Industriepolitiken und eine Süd-Süd-Kooperation. Die Veranstaltung, die vom Bildungsministerium und der Progressive International organisiert wird, läuft noch bis zum 4. Mai.
Das Festival der Ökonomien für das Leben, organisiert vom kolumbianischen Bildungsministerium und der Progressive International, begann diese Woche, um über ein neues progressives Wirtschaftsmodell zu diskutieren. Am zweiten Tag, der sich auf Arbeit, Industrie und internationalen Handel konzentrierte, waren sich die internationalen Diskussionsteilnehmer einig über die Dringlichkeit, das derzeitige Wirtschaftsmodell zu ändern, das als zutiefst ungleich und von kolonialen Logiken geprägt beschrieben wurde.
Die indische Ökonomin Jayati Ghosh, Professorin an der University of Massachusetts, stellte fest, dass das große Kapital Unterstützung wie günstige langfristige Kredite und Technologietransfer erhält, Vorteile, die aufstrebenden Volkswirtschaften oder Genossenschaften nicht gewährt werden. Sie bestand auf differenzierten Politiken, um Wissenslücken in Lateinamerika zu schließen und globale Ungleichheiten zu verringern.
Der brasilianische Ökonom Pedro Rossi, Chefökonom beim Global Fund for a New Economy, schlug eine grüne industrielle Diversifizierung zur Erlangung von Souveränität vor, um „grünen Kolonialismus“ zu vermeiden. Er warnte davor, dass eine Einkommensumverteilung produktive Transformationen erfordere, bei denen das öffentliche Beschaffungswesen in Sektoren wie der Gesundheit gestärkt werden müsse.
Der tunesisch-amerikanische Ökonom Fadhel Kaboub, außerordentlicher Professor an der Denison University, kritisierte den IWF, die Weltbank und die WTO dafür, dass sie den globalen Süden weiterhin als Rohstofflieferanten zementieren. Er schlug regionale Blöcke für Skaleneffekte und faire Technologietransfers vor. Die Diskussionsteilnehmer betonten eine „Ökonomie für das Leben“, die auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.