Ein brasilianischer Ökonom hat die kürzliche Erhöhung der Einfuhrsteuern kritisiert und argumentiert, dass historische Erfahrungen zeigen, dass diese Politik keine Investitionen, Innovationen oder Produktivität erzeugt. In einem Artikel in der Folha de S.Paulo hebt der Autor Mängel in der offiziellen Begründung und negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit hervor.
Der Ökonom, Mitbegründer des Centro de Debate de Políticas Públicas (CDPP), ehemaliger Direktor für internationale Angelegenheiten bei der Zentralbank und Koordinator des Buches „Integração Comercial Internacional do Brasil“, veröffentlichte am 2. März 2026 einen Gastbeitrag in der Folha de S.Paulo mit dem Titel „Der Fehler bei der Erhöhung der Einfuhrsteuern“.Er analysiert den Technischen Bericht des Secretaria de Política Econômica, der die Maßnahme mit der strategischen Rolle von Kapitalgütern und Information- und Kommunikationstechnologien (TICs) für das Wirtschaftswachstum begründet und den Ökonomen Michael Kalecki zitiert. Der Autor argumentiert, dass die Erhöhung der Zölle als Werkzeug zur Transformation des Sektors dargestellt wird, der Bericht jedoch nicht erklärt, warum dies eintreten sollte, und Hypothesen als etablierte Fakten behandelt.Laut dem Text half die Erfahrung Brasiliens mit der Importsubstitution zunächst beim Aufbau der industriellen Basis, doch die Fortsetzung ohne Übergang zur externen Konkurrenz führte zu negativen Effekten auf Produktivität und internationale Integration. Längere Schutzmaßnahmen, so der Ökonom, mindern die Wettbewerbsdisziplin, schwächen Anreize für Effizienz und Innovation und führen zu Geschäftskomplazen.Brasilien kämpft mit anhaltender Produktivitätsstagnation und Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, mit Herausforderungen auf der Angebotsseite wie Effizienz und Ressourcenallokation. Die Maßnahme wirkt durch eine „Neuausbalancierung relativer Preise zugunsten des nationalen Produkts“, macht Importe teurer und schützt heimische Güter, was Kosten für Verbraucher und Produktionsketten sowie Inflationsrisiken impliziert – Effekte, die im Bericht nicht behandelt werden.Moderne Volkswirtschaften integrieren sich in globale Wertschöpfungsketten, und der Import von Kapitalgütern und TICs ermöglicht Zugang zu SpitzenTechnologien, was nicht zwangsläufig Deindustrialisierung bedeutet. Der Autor schließt, dass das Land dieses Modell seit Jahrzehnten verfolgt hat, ohne Ziele zu erreichen, und an einer ineffektiven und kostspieligen Politik festhält.