Der Ökonom Guillermo Hang warnte nach einem Treffen der AmCham, dass der wichtigste Erfolg der argentinischen Regierung, der Rückgang der Inflation, Anzeichen von Ermüdung zeige. Hang erklärte, dass die Erholung des Konsums ausgeblieben sei und Zweifel an der wirtschaftlichen Aktivität sowie den Familieneinkommen bestünden. Die monatliche Inflationsrate habe vor acht oder neun Monaten aufgehört zu sinken.
Der Ökonom Guillermo Hang äußerte Bedenken nach einem Treffen der US-Handelskammer (AmCham), bei dem ein Stimmungsumschwung unter Wirtschaftsführern und Regierungsvertretern festgestellt wurde. "Es fühlt sich an wie ein Ruf, Mileis Modell zu überdenken", erklärte Hang und verwies auf Zweifel an wirtschaftlichen Variablen wie der Aktivität und den Familieneinkommen. Er widersprach dem offiziellen Optimismus: "Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist nicht so prosperierend, wie die Regierung vor einigen Monaten versprochen hat".
Hang beschrieb die Inflation als das "Steckenpferd" des Wirtschaftsprogramms, das jedoch "halb müde, halb verwundet" sei. Er stellte fest, dass die monatliche Inflation seit acht oder neun Monaten stagniert bzw. leicht ansteigt, was durch Faktoren wie steigende Ölpreise verschärft wird, während Einkommen und Renten stärker sinken als die Inflation.
Der Ökonom betonte die Spannung zwischen Wachstum und Inflation und bezeichnete jüngste Maßnahmen wie die Senkung der Mindestreserveanforderungen für Banken als unzureichend. "Wenn die Löhne unter der Inflationsrate bleiben, wird keine Erholung des Konsums stattfinden", warnte er. Dies wirke sich auf die meisten Haushalte aus, während nur einkommensstärkere Gruppen ihre Ausgaben aufrechterhalten könnten. Er stellte zudem die Messungen des INDEC infrage, da diese die Anpassungen beim Familienkonsum unterschätzten.