Ökonom Juan Carlos Hallak hat einen Bericht von 2025 der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zum Exportprofil Argentiniens gewürdigt und die Notwendigkeit betont, Güter mit höherem Mehrwert über Commodities hinaus zu fördern. Die Studie zeigt, dass differenzierte Exporte 2025 nahezu 10 Prozent im Vergleich zu 2024 gewachsen sind, was jedoch noch ein früher Fortschritt ist.
In einem Interview mit Canal E stellte Juan Carlos Hallak, Ökonom an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Erkenntnisse aus einem Bericht vor, der auf INDEC-Daten basiert, aber eine alternative Klassifikation verwendet. Statt die Exporte in Primärgüter, Fertigwaren und Brennstoffe zu gliedern, unterscheidet die Studie zwischen differenzierten und undifferenzierten Gütern. „Differenzierte Güter sind keine Commodities; sie weisen eine Differenzierung auf“, erläuterte Hallak. nDer Bericht zeigt, dass die Exporte differenzierter Güter im Jahr 2025 um fast 10 Prozent gegenüber 2024 gestiegen sind, was Hallak als „vernünftigerweise gute Leistung“ bezeichnete, die jedoch noch vorläufig ist. Er hob die strategische Bedeutung dieses Segments hervor: „Mit natürlichen Ressourcen allein kommt man nicht aus. Danach muss man alles Weitere entwickeln.“ nZur Automobilindustrie führte Hallak den Exportrückgang auf temporäre Faktoren zurück, da der Handel sich auf Brasilien statt auf die USA konzentriert. Er verwies auf Veränderungen in Brasilien, wie die Produktion von Elektroautos, die das derzeitige Handelsschema verändern könnten. Im Bergbausektor wuchsen die Exporte durch höhere Goldpreise und gesteigerte Lithiumverkäufe, bleiben aber Primärprodukte ohne nennenswerte Wertschöpfungsprojekte. „Lithium wird tatsächlich mehr exportiert, aber es handelt sich um primäres Lithium“, präzisierte er. nHallak äußerte keine Bedenken hinsichtlich fehlender Verindustrialisierung von Lithium oder Mineralien, sondern drängte auf Wertschöpfung bei Kulturpflanzen wie Mais und Soja. Argentinien exportiert bereits differenzierte Güter wie Ventile, Stahldrahtseile, angereicherte Milchprodukte und Käse. Er wies Befürchtungen vor Auswirkungen auf die Binnenversorgung zurück und argumentierte, der lokale Markt biete bessere Margen und internationale Preise würden marktgesteuert. Für den Ökonomen besteht die Herausforderung darin, Renten aus Naturschätzen in Infrastruktur, Innovation und Exportförderung zu investieren.