Die zuständige Staatsanwaltschaft erhob am Mittwoch Anklage gegen vier Verdächtige wegen des Raubmordes an einem 12-jährigen Jungen bei einem Carjacking in San Bernardo am frühen Dienstag, dem 23. Juni. Die zwei Jugendlichen und zwei Erwachsenen wurden in einstweilige Unterbringung beziehungsweise Untersuchungshaft genommen.
Laut der Regionalstaatsanwältin Paulina Díaz und dem Staatsanwalt Leonardo Tapia begannen die Verdächtigen ihren Raubzug um 00:30 Uhr mit dem Diebstahl eines weißen Mitsubishi an einer Shell-Tankstelle in der Eyzaguirre-Straße. Sie bedrohten den Fahrer und einen Angestellten mit Messern und erbeuteten Schmuck, Dokumente sowie Bargeld.
Um 01:00 Uhr näherten sie sich an der Kreuzung der Portales Avenue und Vicente Pérez Rosales einem Carabineros-Beamten außer Dienst. Sie bedrohten ihn mit Messern, stahlen einen Rucksack und griffen ihn an, wobei er Gesichtsverletzungen und einen Schlüsselbeinbruch erlitt.
Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich, als sie einen roten Peugeot 2008 stoppten, in dem eine aus Argentinien zurückkehrende Familie saß. Die Verdächtigen attackierten die Insassen, um sie aus dem Fahrzeug zu zwingen. Der 12-jährige Junge, identifiziert als A.F.A.J., blieb mit dem Sicherheitsgurt angeschnallt und wurde mitgeschleift, als einer der Verdächtigen mit dem Wagen flüchtete. Staatsanwältin Díaz erklärte, die Verdächtigen hätten das Risiko erkannt, seien jedoch weiter geflohen. Der Junge starb an mechanischer Asphyxie und traumatischen Verletzungen.
Die Familie des Jungen veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie für die institutionelle Unterstützung dankte und Gerechtigkeit forderte. Präsident José Antonio Kast lobte die Festnahmen auf X. Das Sicherheitsministerium sandte zudem ein offizielles Schreiben an 307 Gemeinden mit der Bitte um Informationen zum „Programa de Seguridad Integral para Niños, Niñas y Adolescentes 24 Horas“, an dem einer der jugendlichen Verdächtigen zuvor teilgenommen hatte.