Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt von ihrer Website entfernt. Grund ist der Verdacht, der Text könne mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden sein. Die Staatskanzlei Thüringen hatte Fragen der Zeitung ausweichend beantwortet.
Der Beitrag zum Thema Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche war im vergangenen Sommer in der Printausgabe erschienen. Das Portal Frag den Staat hatte Hinweise gefunden, dass der Text mit KI geschrieben worden sein könnte.
Die FAZ verwies auf ihre Regeln, wonach keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text veröffentlicht werden. Die Staatskanzlei teilte mit, KI werde als unterstützendes Werkzeug genutzt, eine Kennzeichnungspflicht bestehe nicht.
Anfang Juni war bereits ein Gastbeitrag von Voigt und dem sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Sven Schulze für Die Welt unter KI-Verdacht geraten. Voigt steht zudem wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck, nachdem ihm die TU Chemnitz den Doktortitel entzogen hat.
Am 10. Juni 2026 erhielt Voigt Rückendeckung von der BSW-Landeschefin Katja Wolf, die die Qualität von KI für Zusammenfassungen und Formulierungshilfen lobte.