García Luna legt 38-jährige US-Strafe wegen Verfahrensunregelmäßigkeiten an

Die Anwälte von Genaro García Luna, ehemaligem mexikanischen Sicherheitsminister, haben Berufung gegen seine 38-jährige US-Gefängnisstrafe eingelegt und Verletzungen des fairen Verfahrens sowie unzuverlässige Zeugen geltend gemacht. Das 78-seitige Dokument strebt die Aufhebung des Urteils oder einen neuen Prozess an. García Luna, verurteilt wegen Drogenhandels und Verbindungen zum Sinaloa-Kartell, hält an seiner Unschuld fest.

Genaro García Luna, der unter Präsident Felipe Calderón als Sicherheitsminister Mexikos diente, wurde im Oktober 2024 zu 38 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 2 Millionen Dollar verurteilt wegen Drogenhandels, Zusammenarbeit mit organisiertem Verbrechen – speziell dem Sinaloa-Kartell – und Falschaussagen gegenüber US-Behörden. Das Schuldspruchurteil erging im Februar 2023 vom US-Bezirksgericht für den Eastern District of New York unter Richter Brian Cogan, der auch den Prozess gegen Joaquín 'El Chapo' Guzmán leitete und García Luna vorwarf, ein 'Doppelleben' geführt zu haben.

Der Einspruch, am Donnerstag beim US Court of Appeals for the Second Circuit in New York eingereicht, umfasst 78 Seiten mit umfangreichen Anhängen. Er stützt sich auf fünf Hauptargumente: Verletzungen des fairen Verfahrens, Missbrauch des Ermessens des Gerichts bei der Ablehnung einer Anhörung zu einem neuen Prozess, Glaubwürdigkeit unreliabler Zeugen, die falsche Aussagen machten, fehlerhafte Bewertung von Beweisen und Zurückhaltung entlastender Beweise wie klassifizierter Informationen, auf die die Verteidigung keinen Zugriff hatte. Die Anwälte argumentieren, das Verfahren sei 'unwiederbringlich kontaminiert' gewesen, was Kreuzverhöre zentraler Zeugen verhinderte und zu einer 'prozedural und substanziel unangemessenen' Strafe führte.

"Die verhängte Strafe gegen García Luna war prozedural und substanziel unangemessen, basierte auf fehlerhaften Informationen und war schockierend höher als nötig, um die Zwecke der Strafzumessung zu erfüllen", heißt es im Berufungsschreiben. Es wird auch die Zulassung nicht relevanter Beweise wie Fotos von García Lunas Immobilien angefochten. Die Verteidigung fordert die Aufhebung der Strafe oder einen neuen Prozess für den 57-Jährigen, der seine Haft in der Hochsicherheitsanstalt ADX Florence in Colorado absitzt, neben 'El Chapo' Guzmán.

Entscheidungen über solche Berufungen dauern typischerweise sechs Monate bis zwei Jahre. García Luna hat im gesamten Verfahren seine Unschuld beteuert.

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