Am Mittwoch bei RTL eingeladen, kündigte Justizminister Gerald Darmanin an, auf seinen Sommerurlaub zu verzichten, um die Methoden der Justiz zu reformieren, nachdem durch den Tod von Lyhanna systemische Fehler offengelegt wurden.
Gerald Darmanin erklärte gegenüber RTL, dass er täglich daran arbeiten werde, Gerichtsverfahren zu digitalisieren und das Justizministerium in die moderne Ära zu führen. Er kritisierte die übermäßige Verwendung von Papier und forderte den Eintritt in das 21. Jahrhundert, anstatt nur mit mehr Personal zu reagieren.
Der Minister verknüpfte diese Entscheidung mit dem Tod der elfjährigen Lyhanna, bei deren Fall gerichtliche Versäumnisse es dem Hauptverdächtigen Jérôme Barella ermöglichten, trotz einer früheren Anzeige nicht gefasst zu werden. Ein der Regierung vorgelegter Bericht hob kumulative Zeitverluste und fehlende Nachverfolgungen bei den Verfahren hervor.
Unabhängig davon veröffentlichte die Staatsanwaltschaft von Agen am Mittwoch den Autopsiebericht. Dieser stellt zwar die Todesursache nicht mit Sicherheit fest, bestätigt jedoch eine Vergewaltigung sowie Anzeichen, die stark auf Fesselungsspuren hindeuten. Die Anklage gegen Barella wurde auf Mord an einer Minderjährigen unter fünfzehn Jahren ausgeweitet.