Eine Havaianas-Werbung mit Fernanda Torres, die dazu auffordert, 2026 «mit beiden Füßen» statt mit dem «rechten Fuß» zu starten, löste zunächst Boykottaufrufe von der Rechten wegen vermuteter politischer Voreingenommenheit aus. Der Streit hat Brasilien seither polarisiert, mit linker Unterstützung, 150.000 neuen Instagram-Followern in 48 Stunden, massivem Social-Media-Aufschwung und Anklängen an eine Kampagne von 2014.
Die Werbung mit der 60-jährigen Schauspielerin Fernanda Torres spielt mit dem portugiesischen Ausdruck «pé direito» (Glück oder «rechter Fuß»), den rechte Kritiker als Angriff auf die Rechte werten. Vor 2026 gestartet, heißt es: «Entschuldigung, aber ich will nicht, dass du 2026 mit dem rechten Fuß beginnst... lass uns mit beiden Füßen starten».
Die rechte Empörung brach am 21. Dezember 2025 aus. Abgeordneter Nikolas Ferreira (PL-MG) rief zum Boykott auf und spielte auf den Havaianas-Slogan an. Eduardo Bolsonaro, kürzlich aus dem Kongress ausgeschlossen, postete ein Video, in dem er die Sandalen zerreißt: «Ich starte das Jahr mit dem rechten Fuß – aber nicht mit Havaianas». Abgeordneter Rodrigo Valadares (União-SE) nannte es eine «explizite politische Kampagne gegen die Rechte» und empfahl Alternativen wie Rider, Ipanema und Crocs. Der Gouverneur von São Paulo Tarcísio de Freitas (Republicanos) spottete bei einer Infrastrukturveranstaltung am 22. Dezember: «Hier in São Paulo starten wir das neue Jahr mit dem rechten Fuß».
Linke Figuren konterten. PT-Chef Lindbergh Farias (PT-RJ) teilte seinen Havaianas-Kauf und scherzte über die «rote» Tasche. Abgeordnete Erika Hilton (PSol-SP) stichelte gegen Bolsonaro-Anhänger wegen seines Fußmonitors: «Passt es nicht an ihre Hufe? Weil die, die keine Havaianas mögen... ohne etwas Angelegtes oder Piependes am Knöchel».
Die Marke profitierte: Havaianas gewann 150.000 Instagram-Follower in 48 Stunden und erreichte 4,2 Millionen. Rivalin Ipanema holte 490.000 nach und verdoppelte sich auf 1 Million. Der Streit erzeugte 4 Millionen X-Posts. Eine ähnliche Werbung von 2014 mit Romário – nur mit dem rechten Flip-Flop und der «Linken» zu Maradona schickend – sorgte trotz Wahlzeit nicht für Aufregung; der jetzige PL-Senator hat nicht reagiert.