Eine Werbekampagne von Havaianas mit der Schauspielerin Fernanda Torres sorgt für Kontroverse unter Anhängern der Rechten, die darin einen politischen Angriff sehen. Die Schauspielerin rät, 2026 nicht mit dem «rechten Fuß» zu beginnen, was als Stichelei gegen die Rechte gewertet wird. Abgeordneter Nikolas Ferreira mischt sich ein und ruft zum Boykott der Marke auf.
Die Werbekampagne der Sandalenmarke Havaianas mit der Schauspielerin Fernanda Torres, die im Dezember 2025 gestartet wurde, hat heftige Reaktionen bei Anhängern der Rechten in Brasilien hervorgerufen. Im Spot sagt Torres: «Entschuldigung, aber ich will nicht, dass du 2026 mit dem rechten Fuß aufstehst. Nein, es geht nicht um Glück, aber einig: Glück hängt nicht von dir ab, es hängt, es hängt vom Glück ab. Was ich dir wünsche, ist, dass du das neue Jahr mit beiden Füßen beginnst. Beide Füße in der Tür, beide Füße auf der Straße, beide Füße in der Jackfrucht, beide Füße wo du willst. Geh voll ran, Körper und Seele, vom Kopf bis zu den Füßen».
Der Ausdruck «pé direito», der auf Portugiesisch gutes Glück bedeutet, wurde von Rechten als abwertende Anspielung auf die politische Rechte interpretiert, was auf ideologische Voreingenommenheit im Spot hindeutet. Anhänger der Rechten werfen der Marke vor, eine linke Agenda zu fördern, was zu Boykott-Aufrufen führt.
Der Bundesabgeordnete Nikolas Ferreira (PL-MG) kommentierte am 21. Dezember 2025 in seinem X-Account und spielte auf das klassische Havaianas-Slogan «jeder trägt sie» an. Er schlug vor, die Sandalen der Marke nicht mehr zu tragen, nachdem der Spot als Angriff auf die Rechte gesehen wurde. Andere rechte Politiker und Influencer stimmten der Kritik zu und sahen Bosheit in der Wahl der Schauspielerin, die mit dem Film «I'm Still Here» über die brasilianische Militärdiktatur internationale Aufmerksamkeit erregte.
Havaianas, im Besitz von Alpargatas, hat bislang nicht öffentlich auf die Kontroverse reagiert. Die Gegenreaktion unterstreicht die politischen Spannungen in der brasilianischen Werbung, wo Marken Polarisierung vermeiden wollen, aber in ideologische Debatten geraten.