Die Strompreise in Schweden bleiben aufgrund niedriger Speicherstände und kalten Wetters über einen längeren Zeitraum hoch, so Analysten. In der Gemeinde Bergs in Jämtland bietet die Lokalregierung Ratenzahlungen an und prüft eigene Unterstützung, um Bewohner und Vereine zu helfen. Kritik richtet sich an die Zentralregierung wegen fehlender staatlicher Hilfe.
Die Strompreise in Schweden sind bis ins Jahr 2026 hoch geblieben, mit durchschnittlichen Januarpreisen von rund 0,9 Kronen pro kWh in den nördlichen Gebotszonen und 1,1 Kronen pro kWh in den südlichen. Der Februar begann mit Preisen von rund 1,25 Kronen pro kWh im Norden und 1,3 Kronen pro kWh im Süden, getrieben durch niedrige Temperaturen, hohe Nachfrage und schwache Winde. Christian Holtz, Strompreisanalyst bei Merlin & Metis, erklärt, dass die Wasserkraft in Schweden und Norwegen auf Volllast läuft, die Füllstände der Speicher jedoch für die Saison niedrig sind. «Wenn der Pegel in den Speichern niedriger ist, wollen Produzenten mehr Vergütung zum Laufen, was die Preise in die Höhe treibt», sagt er zu Tidningen Näringslivet. Er prognostiziert hohe Preise durch Februar und März, wahrscheinlich bis die Frühjahrsflut die Speicher auffüllt. Johan Sigvardsson, Analyst beim Stromunternehmen Bixia, ergänzt, dass die niedrigen Pegel die Preise mindestens bis zum Sommer beeinflussen werden. «Dieses Defizit holen wir nicht in wenigen Wochen auf», hat er zuvor erklärt. In der Gemeinde Bergs in Jämtland haben hohe Rechnungen die Bewohner hart getroffen. Die Gemeinderatsvorsitzende Therese Kärngard (S) nennt Fälle, in denen Rentner mit 13.000 Kronen Monatseinkommen Stromrechnungen von 8.000 Kronen erhalten. Die Gemeinde bietet nun Ratenzahlungspläne und prüft kommunale Stromhilfe für Vereine, die Freizeitaktivitäten betreiben, einschließlich Gemeindehäuser und ein Kino. Sie planen auch Schulungen zur Reduzierung der Stromkosten. Kärngard fordert staatliche Hilfe: «Es wird jetzt staatliche Stromhilfe benötigt.» Sie kritisiert die Aurora-Line-Stromleitung nach Finnland für Preissteigerungen: «Man hätte der Leitung nach Finnland nicht zustimmen sollen.» Staatliche Unterstützung greift nur bei Monatsdurchschnittspreisen über 1,50 Kronen pro kWh ein, ein Niveau nicht mehr erreicht seit dem Winter 2022/2023. Finanzministerin Elisabeth Svantesson zeigt Verständnis: «Ich verstehe, dass die hohen Strompreise viele Familien betreffen.» Sie gibt früheren sozialdemokratischen Regierungen die Schuld am Stilllegen von Kernkraft und bemerkt, dass die Regierung 2,4 Milliarden Kronen für Hochpreisschutz bereitgestellt hat, der noch nicht umgesetzt ist.